Three-step process for personal behavioural change

I want to briefly describe a process that I suc­cess­ful­ly applied to myself on sev­er­al occa­sions when I want­ed to change a dis­turb­ing behav­ior of myself. I devel­oped a three-step process for this purpose.

Prin­ci­ple: You are not your reac­tion. If peo­ple hurt you and you react hurt­ing them, then this is first and fore­most a reac­tion to your own injury. We do not actu­al­ly mean the per­son we are fac­ing, but real­ly only want to defend our­selves. There­fore: You are not your reac­tion. Your reac­tion is learned behav­ior. There are oth­er pos­si­bil­i­ties than to com­pen­sate in this way. These only have to be learned.

Con­tin­ue read­ing Three-step process for per­son­al behav­iour­al change

Lügen, die wir Kindern erzählen

Paul Gra­ham hat diesen grossar­ti­gen Essay geschrieben, der mir der­art gut gefällt, dass ich ihn auf Deutsch über­set­zt und hier pub­liziert habe. Das Orig­i­nal ist hier zu finden.

Mai 2008: Lügen, die wir Kindern erzählen (Paul Graham)

Erwach­sene lügen Kinder dauernd an. Ich sage nicht, dass wir damit aufhören sollen. Aber wir soll­ten zumin­d­est genau anschauen, welche Lügen wir unseren Kindern erzählen und warum.

Darin kön­nte auch für uns ein Vorteil liegen. Als Kinder wur­den wir alle bel­o­gen, und einige der Lügen, die uns erzählt wur­den, bee­in­flussen uns bis heute. Daher: Indem wir die Arten unter­suchen, wie Erwach­sene Kinder anlü­gen, schaf­fen wir es vielle­icht, unseren Kopf von den Lügen, die uns selb­st erzählt wur­den, zu befreien.

Ich benutze das Wort “Lüge” in sehr all­ge­meinem Sinn. Nicht nur offene Unwahrheit, son­dern auch die sub­til­eren Arten, wie wir Kinder in die Irre führen. Obwohl “Lüge” neg­a­tive Kon­no­ta­tio­nen hat, will ich nicht sagen, dass wir das niemals tun dür­fen — nur dass wir uns genau über­legen soll­ten, wann und warum wir es tun. [1]

Con­tin­ue read­ing Lügen, die wir Kindern erzählen

Wie soll ich mit den Flirtereien meines Freundes umgehen?

 

Kiri_1982 hat am 24/2/2006 gefragt:
Ich wende mich an dich, weil ich mal eine objek­tive Mei­n­ung brauche, denn ich befürchte dass ich selb­st im Moment nicht wirk­lich beurteilen kann ob ich über­trieben eifer­süchtig bin oder ob meine Eifer­sucht begrün­det ist…
Mein Fre­und (26) und ich (24) lern­ten uns let­ztes Hal­loween ken­nen und da funk­te es bere­its ein wenig. Danach haben wir aber nicht viel Kon­takt gehabt, auch deshalb weil wir damals bei­de noch in (eher lock­eren, nicht mehr richtig funk­tion­ieren­den) Beziehun­gen steck­ten. Haben uns dann aber doch 2, 3 mal wiederge­se­hen, bis wir dann schliesslich Wei­h­nacht­en zusam­men gekom­men sind. Da hat es dann so RICHTIG gefunkt, wir haben bei­de mit unseren Parn­tern Schluss gemacht und es war alles soo traumhaft! Irgend­wie ging alles sehr schnell, fast vom ersten Tag schliefen wir fast täglich beieinan­der, richteten uns mit “Hygie­n­eartikeln” u.ä. in der Woh­nung des anderen ein… Als wir ger­ade 2 Wochen zusam­men waren bucht­en wir bere­its unseren Urlaub, weil es irgend­wie über­haupt keine Frage war, ob das mit uns klappt, das war irgend­wie klar! Wir haben uns soo gut ver­standen, haben soo viele gemein­same Inter­essen und Umstände (Wohnort, Beruf, Fam­i­lien­si­t­u­a­tion etc. ist bei uns alles fast gle­ich!), und uns kam es von Anfang an so vor als wären wir schon viel länger zusam­men und wür­den uns ewig ken­nen! Was man in kitschi­gen Roma­nen immer “See­len­ver­wandte” nen­nt eben! Und wir waren bzw. sind soo ver­liebt… Wur­den z.B. in der Dis­co schon von wild­frem­den Leuten ange­sprochen, dass wir ja total süss zusam­men wären! Also soweit alles perfekt…
Jet­zt mein Prob­lem: bevor wir zusam­men gekom­men sind, hat mein Fre­und fast nie ern­sthafte Beziehun­gen gehabt. Er war ein richtiger Weiber­held, der ständig mit Mädels aus­ge­gan­gen ist, manch­mal auch mehr, also hat sich ordentlich ausge­to­bt. Deshalb dachte ich anfangs auch, dass er über­haupt nicht “beziehungstauglich” ist… Hab mich dann aber doch darauf ein­ge­lassen und wurde von dem Gegen­teil überzeugt, einen lieberen Fre­und habe ich noch nie gehabt! Und eine gemein­same Fre­undin von uns, die ihn schon 10 Jahre ken­nt, meinte, dass sie ihn noch nie mit einem Mäd­chen so erlebt hat wie jet­zt mit mir. Auch stellt er mich all seinen Fre­un­den, Fam­i­lie etc. vor, was man ja auch nur tut wenn man es ernst meint… Also kurzum, ich bin mir ziem­lich sich­er dass er es ernst mit mir meint, will mich auch am lieb­sten täglich sehen, ruft 3 mal täglich an usw…
AAABER: vor 4 Tagen war er auf ein­er After­work­fete. Und am näch­sten Mor­gen erzählte er mir, dass er ja sooo besof­fen war, und dass er heute das “Gespräch des Haus­es gewe­sen wäre und mor­gens schon von sein­er Chefin ange­sprochen wurde, dass er ja den ganzen Abend nur die hüb­schesten Mädels um sich rum gehabt hätte… Und dass er halt so besof­fen war und so schön mit den Mädels die Tanzfläche gestürmt hat und es so ein heftiger Abend war… Ich war erst­mal ziem­lich geschockt, denn wenn er schon “Gespäch des Haus­es” war muss es ja was auf­fäl­ligeres gewe­sen sein als mal ein Plausch neben­bei!… Als ich dann mit ihm darüber sprach, meinte er, es gebe aber doch nur eine Frau die ihm wichtig sei, ich eben. Und wäre halt so wäh­lerisch und würde sich nur sel­ten auf eine richtige Beziehung fes­tle­gen, weil er im Prinzip auch nie unglück­lich war als Sin­gle, aber wenn er sich dann mal fes­tle­gen würde, dann wäre das auch eine defin­i­tive Entschei­dung und er würde sich bes­timmt keine andere Fre­undin suchen! Und sich mal ein biss­chen für andere Frauen zu inter­essieren und was zu flirten wäre doch nor­mal und ok, und mehr würde er nie machen!
Tja… Ich weiss jet­zt nci­ht was ich denken soll… Auf der einen Seite ist er ja der lieb­ste und ver­liebteste Mann den ich kenne! Auf der anderen Seite, wenn er doch so ver­liebt und glück­lich mit mir ist, wieso flirtet er dann so gerne und heftig mit anderen Frauen? Ich habe doch jet­zt auch null Inter­esse an anderen Männern!
Ich kann mir schon vorstellen dass meine Eifer­sucht ein wenig über­trieben ist, aber das ändert nichts daran, dass ich dauernd dieses Bild im Hin­terkopf habe, wie er wild am rum­flirten und dan­cen ist, und frage mich dauernd, ob das mit uns wirk­lich dauer­haft so gut laufen wird wie ich anfangs dachte? Oder ob er als alter Weiber­held nach der ersten Ver­liebtheit vielle­icht doch wieder in alte Muster fällt und ein­fach nicht anders kann als wild rum­flirten und die Abwech­slung ein­fach braucht?
Ger­ade weil es mit uns bis jet­zt soo schön war, habe ich totale Angst, dass das irgend­wann vor­bei sein kön­nte, weil es ihm zu lang­weilig wird und er sich vielle­icht in eine ver­lieben könnte…
Steigere ich mich da total in was rein, oder sind meine Bedenken vielle­icht wirk­lich ein Stück weit begrün­det, wenn er auf ein­mal anfängt so heftig rumzuflirten???
Ich ver­suche näm­lich immer, nicht zu eifer­süchtig zu sein, weil ich weiss dass zu viel Eifer­sucht nur schädlich ist für eine Beziehung und man sich schon noch einige Freiräume lassen muss. Aber was ich halt nicht genau weiss, ist, wo man da “reg­ulär” die Gren­ze zieht, also was man sich gegen­seit­ig noch durchge­hen lassen sollte, und was nicht mehr ok ist und wo man zu recht drüber sauer sein kann. Da zieht ja nun­mal jed­er anders seine Grenzen.
Schlecht fühlen tue ich mich eigentlich rel­a­tiv schnell. Also wenn ich schon sehe, dass er beispiel­sweise mit ein­er attrak­tiv­en Kell­ner­in ein wenig schäk­ert, dann füh­le ich mich dabei schon ein wenig ver­let­zt, aber ich weiss, dass das über­trieben ist und sage deshalb auch nichts. Wo defin­i­tiv Schluss ist, ist natür­lich knutschen und so, klar geht das nicht! Aber was ist mit den Über­gangs­bere­ichen? Flirten ist ok, tanzen nicht mehr? Oder ist harm­losen flirten UND tanzen ok, aber halt heftiges tanzen und flirten nicht mehr?
Also, in den let­zten Tagen habe ich jet­zt nicht mehr mit meinem Fre­und darüber gesprochen, weil wir ja wie gesagt gle­ich am Tag wo er es mir erzählt hat­te drüber gesprochen haben, und danach wollte ich dann auch nicht weit­er draufrum reiten.
Gestern war jet­zt aber ja Karneval (wir sind aus Köln, also der Karnevalshochburg).Wir sind getren­nt raus­ge­gan­gen, weil er gerne mit Kumpels raus­ge­hen wollte (die grössten­teils auch eine Fre­undin haben, aber einen Män­ner­a­bend draus machen wol­ll­ten). Und so bin ich dann halt mit meinen Leuten wegge­gan­gen, obwohl ich aber schon die ganze Zeit über an ihn gedacht habe…Also dass es noch viel schön­er wäre wenn er hier wäre, und dass er hof­fentlich nicht wieder so wild rumflirtet…
Als ich abends um 10 zuhaus war, smste ich ihm noch kurz, und er antwortete: “Mach dir keine Sor­gen mein grösster Schatz! Ich war und bleibe brav!!! Bist die einzige Frau die ich küsse (bin noch mit einem Fre­und unter­wegs), ver­misse dich aber auch! Kuss”
Das schrieb er übri­gens von sich aus, das mit dem brav etc., ich hat­te in mein­er sms vorher gar­nichts der­gle­ichen angedeutet, ob er sich denn benom­men habe!
Das war ja sehr süss und dann kon­nte ich auch halb­wegs beruhigt ein­schlafen. Heute mor­gen haben wir dann kurz tele­foniert, er war aber noch ziem­lich fer­tig, da er erst um 6 Uhr mor­gens zuhaus gewe­sen war! Er erzählte kurz, dass er qua­si in fast jed­er Kneipe in Köln dringewe­sen wäre, aber mehr erzählte er nicht, also in Bezug auf irgendwelche Frauen oder so. Ich denke ich sollte mir dann auch nichts einre­den, denn Män­ner kön­nen ja auch bis 6 raus­ge­hen und Spass haben ohne dass das mit irgendwelchen Frauengeschicht­en zusammenhängt!…
Ich hab schon­mal über­legt, ihm einen Brief zu schreiben, in dem ich u.a. schreibe dass mich das let­zte Woche etwas verun­sichert hat­te was er mir von dieser Fete erzählt hat…

Daniel_heiniger hat am 24/2/2006 geantwortet
Hal­lo Kiri

boah, das ist aber ein langer Brief, den du mir da schreibst. 🙂

Aber erst mal ist es sehr gut, dass du dir deinen Kum­mer von der Seele schreib­st. Das ist immer der beste Anfang.

Wenn ich dich richtig ver­ste­he, dann bittest du mich, dir Nor­men zu geben, was “nor­mal” ist und was nicht. Das kann ich nicht. Solche Nor­men existieren nicht. Vielle­icht gibt es landläu­fige Mei­n­un­gen dazu, aber darauf gebe ich nicht so beson­ders viel. Was soll das auch heis­sten? Flirten sit erlaubt? Was genau heisst Flirten? Und warum soll tanzen nicht mehr erlaubt sein? Kommt vielle­icht auf die Art des Tanzens an. Ein eng umschlun­gener Slow kann, muss aber nicht, zu weit gehen. Es kommt dabei immer auf die innere Hal­tung der beteiligten Per­so­n­en an. Aber, ja, ein Zun­genkuss mit ein­er anderen Frau, das würde mir dann doch defin­i­tiv zu weit gehen. Alles dazwis­chen ist eine Grau­zone, die nicht ein für alle­mal gültig definiert wer­den kann.

Mit anderen Worten: Solche Dinge müsst ihr miteinan­der besprechen und eure eige­nen Regeln auf­stellen. Es mag vielle­icht selt­sam klin­gen, solche Dinge erst miteinan­der zu disku­tieren, aber das beste wäre es. Ich finde es schon mal sehr gut, dass du ihm erzählst, dass du dich verun­sichert gefühlt hast. Und das wäre ohne­hin mein Ratschlag an dich: Sage ihm, wie du dich fühlst, aber ohne ihm Vor­würfe zu machen. Dann kann und muss er seine eige­nen Schlüsse ziehen bzw. dazu Stel­lung beziehen. Rede aber nicht nur von den neg­a­tiv­en Din­gen, son­dern auch von den pos­i­tiv­en. Dass du dich so wohl fühlst bei ihm, dass du dich nach ihm sehnst. Was er dir bedeutet, was du gut find­est an ihm. Aber eben, auch was für Ängste dich pla­gen, was dich verun­sichert. Das ist gut so.

Ich kann dir nicht sagen, was für ein Men­sch er ist, und ob er wieder in seine alten Ver­hal­tens­muster zurück­fällt oder nicht. Möglich ist es. Aber nicht zwingend.

Mir scheint, dass du da bere­its auf einem sehr guten Weg bist. Die Art, wie du mit der Sit­u­a­tion umgehst, erscheint mir sehr reif und vernün­ftig. Also ver­traue darauf, dass du schon spüren wirst, was richtig ist und was nicht.

Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte

— Daniel

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Wie kommt man an einen schüchternen Dauer-Single ran?


Kiri_1982 hat am 6/6/2005 gefragt:
Ich glaube ich brauche wirk­lich mal ein paar Ratschläge von einem Experten (vielle­icht sog­ar Psy­cholo­gen?), denn ich bin mit meinem Latein langsam wirk­lich am Ende!!
Ich habe es geschafft, mich in einen Mann zu ver­guck­en, der es mir in ver­schieden­er­lei Hin­sicht ziem­lich schw­er macht…
Prob­lem Num­mer 1: er ist ein Arbeit­skol­lege. Das ist aber eigentlich noch das kle­in­ste Prob­lem, denn immer­hin sind wir keine ganz direk­ten Kol­le­gen, son­dern arbeit­en in ver­schiede­nen Abteilun­gen (mit­tler­weile jeden­falls, bis vor kurzem haben wir noch im gle­ichen Team gearbeitet!)
Prob­lem Num­mer 2: er ist 12 Jahre älter als ich… (ich bin 23, er 35. Allerd­ings sieht er jünger aus und ben­immt sich auch WESENTLICH jünger!)
Prob­lem Num­mer 3: er ist, wenn es darum geht, dass er sich für eine Frau oder eine Frau für ihn inter­essiert, ver­dammt schüchtern, was wohl daran liegt, dass er:
Prob­lem Num­mer 4: laut Aus­sage eines anderen Kol­le­gen Sin­gle ist, seit­dem er 19 ist!!!
Gut, das soll­ten genug Gründe sein, ihn mir bess­er sofort aus dem Kopf zu schla­gen. Aber das hab ich ja schon alles ver­sucht — abso­lut erfol­g­los! Ange­fan­gen hat alles vor einem Jahr, als ich in sein Team gekom­men bin und wir uns da bess­er ken­nen gel­ernt haben. Ich hab mich also, je bess­er ich ihn ken­nen­lernte, immer mehr in ihn ver­liebt. Und hat­te das Gefühl, dass von sein­er Seite auch Gefüh­le da sind!
Ich hat­te das Glück, dass die Kol­le­gin, mit der ich immer in Mit­tagspause gehe, mit dem Kol­le­gen ver­heiratet ist, mit dem ER immer in Pause geht. Und als ich ihr dann irgend­wann erzählt habe wie es um mich ste­ht, da erzählte sie mir, dass sie es mir eigentlich nicht erzählen sollte, aber unter diesen Umstän­den erzählte sie es mir dann jet­zt doch: ER hat­te seinem Kol­le­gen, also ihrem Mann, eben­falls erzählt, dass es bei ihm gefunkt hatte!!!!!!
Ich hätte die ganze Welt umar­men kön­nen als ich das gehört habe! Und dachte, dass es dann ja nur noch eine Frage der Zeit bzw. des passenden Anlass­es wäre, dass wir zusam­men kom­men! Das war vor etwa 8 Monaten.
Sie erzählte mir in der Zeit darauf dann, dass ihr Mann IHM erzählt hätte, dass es bei mir eben­falls gefunkt hat. Und daraufhin ist er wohl ganz rot gewor­den und hat ein wenig rumge­druckst, von wegen das Alter, und dass wir zusam­men arbeit­en, und dass er ja eh viel zu schüchtern wäre auf mich zuzuge­hen, und über­haupt, er wüsste nicht so recht. Wirk­lich konkret äusserte er sich aber nie zu dem The­ma, wurde immer nur rot und ver­suchte von dem The­ma abzu­lenken, wenn unser gemein­samer Kol­lege ihn darauf ansprach (und das, obwohl er anson­sten alles andere als auf den Mund gefall­en ist!)
In der Zeit darauf gab es auch ein paar Anlässe wie Wei­h­nachts­feiern usw., und ich startete auch immer ein paar kleinere Annäherungsver­suche, also ihm z.B. beim tanzen näher zu kom­men, was ihm schein­bar auch gefiehl, aber irgend­wie kam von ihm nichts! Nagut dachte ich mir, er ist eben ver­dammt schüchtern. Als sich ein paar Wochen später immer noch nichts konkreteres getan hat­te, hat­te ich beschlossen, ein­fach mal in die Offen­sive zu gehen und ihm direkt zu sagen, dass wir doch eigentlich bei­de wis­sen, dass es bei uns bei­den gefunkt hat und ob wir es denn nicht ein­fach mal miteinan­der ver­suchen sollen? Bevor ich diesen Plan in die Tat umset­zte, sprach ich aber noch mit mein­er Kol­le­gin darüber — und die sagte mir dann am näch­sten Tag, ich solle das bess­er nicht tun, ihr Mann hätte IHN nochmal “neben­bei” drauf ange­sprochen, was denn nun zwis­chen ihm und mir wäre, und da hätte er ziem­lich rumge­druckst und nichts wirk­lich konkretes gesagt, nur, dass er also doch keine Beziehung mit mir will!…
Die Wochen darauf hab ich mir die Augen aus dem Kopf geheult und ver­sucht, mir die Sache aus dem Kopf zu schla­gen. Und war auch eigentlich der Mei­n­ung, inzwis­chen drüber weg zu sein. Aber dann, let­zten Fre­itag, war wieder ein Betrieb­s­fest. Und als ich ihn da mit ein­er anderen Frau eng tanzen sah, war mir wieder zum heulen zumute und ich musste mir eingeste­hen, dass ich wohl doch noch nicht drüber weg bin… Später an diesem Abend haben wir 2 dann auch nochmal zusam­men getanzt, aber jet­zt nicht irgend­wie “eng” oder so. Und weil ich so deprim­iert war, habe ich anschliessend mit unserem gemein­samen Kol­le­gen noch mal darüber gesprochen, ob er denn nichts konkretes weiss, weshalb er damals eigentlich nicht wollte. Er wusste es aber lei­der auch nicht, da ER wie gesagt immer auswe­icht, wenn er auf das The­ma ange­sprochen wurde. Dieser 3. Kol­lege erzählte mir dann nur, dass ER halt Sin­gle ist seit­dem er 19 ist und sich immer ver­dammt ungeschickt anstellt wenn es um Frauen geht und nie was mit ein­er anfängt (wed­er ern­sthafte Beziehung noch One-night-stand o.ä.), auch wenn er genau weiss dass sie was von ihm will. (Schwul ist er allerd­ings nicht!)
Tja, was macht man mit so einem Mann bloss? Das mit dem aus-dem-Kopf-schla­gen klappt ja ein­fach nicht… Ich kann mir nur vorstellen, dass er, weil er nun soo lange Sin­gle ist, irgend­wie auch Panik davor hat, eine Beziehung anz­u­fan­gen, selb­st wenn er eigentlich gerne eine Beziehung hätte… Vielle­icht ist er ja auch ein­mal sehr ent­täuscht wor­den. Aber irgend­wie muss man ihn doch überzeu­gen kön­nen, dieses Risiko doch ein­mal einzuge­hen! Aber wie???????????????

Daniel_heiniger hat am 8/6/2005 geantwortet
Liebe Kiri_1982

So wie das klingt brauchst nicht du eine Ther­a­pie, son­dern er…

Die Erfahrung zeigt, dass es sehr schwierig ist, jeman­den zu ändern, der das selb­st nicht will oder der nicht selb­st den eige­nen Antrieb und die nötige Energie dazu auf­bringt. Offen­sichtlich ist er ein sehr schüchtern­er und ängstlich­er Men­sch. Da kannst du wenig aus­richt­en. Wenn er nicht selb­st den Wun­sch ver­spürt, etwas zu ändern, dann passiert das auch nicht.


Meine eigene Frau hat mir, nach­dem wir auf meinen Wun­sch zwei Jahre getren­nt waren, erzählt, dass sie sehr viel Kraft aus dem I‑Ging geschöpft habe. Das The­ma war für sie ähn­lich wie für dich: aus-dem-Kopf-schla­gen ging nicht, Annäherung ging ohne meine Koop­er­a­tion auch nicht. Also Block­ade. In dieser Sit­u­a­tion habe sie sich immer wieder klar gemacht: Sie hätte die Wahl zwis­chen Liebe und Angst, dazwis­chen, ihr Herz offen zu lassen oder es zu ver­schliessen. In Geduld und Hoff­nung zu lei­den und so auf einen neuen Weg zu warten, oder eben ein Stück von sich abzutöten.


Ich selb­st habe natür­lich in dieser Zeit selb­st einen lan­gen Weg zurück­gelegt, bin sel­ber in Ther­a­pie, habe mich selb­st in Frage gestellt, bis ich wieder soweit war, wieder auf sie zuge­hen zu kön­nen. Unsere Beziehung hat da sehr auf der Kippe gestanden.


Aber das ist jet­zt nicht das The­ma. Der Punkt dabei ist der, dass du let­ztlich nur an dir selb­st arbeit­en kannst, dass du den Rest ihm über­lassen musst. Will heis­sen: Deine eigene Ein­stel­lung zu dir selb­st ist das, was dein Glück oder deinen Lebensin­halt aus­macht. Entwed­er bist du bere­it, den Schmerz, der damit ver­bun­den ist, diese Beziehung nicht alleine her­stellen zu kön­nen, zu ertra­gen, oder dann ver­schliesst du eben dein Herz zu ihm und wen­d­est dich anderen Din­gen zu.


Eine grosse Hil­fe dabei sind gute Fre­undin­nen, mit denen du über alles reden kannst. Allfäl­lig sog­ar ein Ther­a­peut oder eine Ther­a­peutin. Du brauchst einen Fre­un­deskreis, mit denen du nicht nur Kaf­fee trinkst oder tanzen gehst, son­dern mit denen du wirk­lich über Gott und die Welt reden kannst und darüber, wie es in deinem inneren aussieht.


So, ich hoffe, dass ich hil­fre­ich sein konnte.


Mit her­zlichen Grüssen

— Daniel

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Familie oder neue Beziehung mit dem Ex?


Charleen hat am 25/8/2004 gefragt:
Hal­lo Daniel. Ich habe ein echt­es Prob­lem. Ich fang mal von vorne an. vor einem Jahr war ich mit meinem Ex zusam­men. Er heisst andreas und war damals 41 und ich 18.(ich kon­nte noch nie was mit gle­ichal­tri­gen anfan­gen). Er hat mich über alles geliebt, hätte alles für mich gemacht, war aber auch sehr eifersüchtig,was mich aber nicht störte, weil ich denke wenn man nichts zu ver­ber­gen hat sollte es einen auch nicht stören wenn der part­ner mal ins handy schaut oder die jacke kon­trol­liert. lei­der fan­den ihn auch viele andere frauen sehr gut. Er sieht nun mal attrak­tiv aus. Hat­te ihn mal im Flirtchat erwis­cht. Jeden­falls hat er mich so extrem geliebt das ich das gefühl hat­te über ihm zu ste­hen. ich hätte alles mit ihm machen kön­nen. ich hat­te auch oft das gefühl das er mich als vorzeigepüp­pchen sieht weil ich eben noch so jung bin. eine woche vor sein­er betrieb­s­feier meinte er zieh dich mal richtig sexy an damit meine kol­le­gen staunen was ich für ne hüb­sche fre­undin habe. ich hat­te darauf keinen bock mehr weil ich als die frau an sein­er seite gese­hen wer­den wollte nicht als vorzeigepüp­pchen oder junges ding. Da ich mich zu seinem nach­barn und arbeitzskol­le­gen hinge­zo­gen fühlte been­dete ich die sache mit andreas. Zwei Tage später war ich mit seinem nach­barn olli zusam­men. Er ist 40. Unsere beziehung lief anfangs. das er kon­takt zu sein­er ex hat­te wusste ich, hat­te auch kein prob­lem damit bis die bei­den allein 400 km weit weg für drei tage zu ein­er bekan­nten geflo­gen sind, die bei­den allein essen waren, sie oft tele­fonierten wenn ich nicht da war. Jeden­falls sagte ich zu ihm das mich diese sachen sehr ver­let­zen mit sein­er ex und das man das nicht macht wenn man eine neue fre­undin hat. Er stellte mich immer als eifer­süchtige kuh hin und sie meinte nur es liegt an meinem alter so ein schwachsinn. Ich fing dann an in seinen sachen zu kra­men und schmiss natür­lich vieles weg von ihr. Er war zehn jahre mit ihr zusam­men und als er mich ken­nen­lernte waren sie ger­ade­mal zwei jahre getren­nt. Es hiess immer nur es ist eine pla­tonis­che fre­und­schaft. 18 sind frag­würdi­ge Dinge mit der ex passiert die mich ver­let­zten. Er meinte nur ich habe doch nichts gemacht, ich bin treu also was willst du. Ich wurde unge­wollt schwanger. Zog zu ihm, weil mein vater mich rauss­chmiss, musste meine lehre(lackiererin) aufgeben. jeden­falls hat­ten wir viele prob­leme. kon­nten uns nicht mehr über prob­leme unter­hal­ten, sex­uell leif es auch nicht mehr und ich fühlte mich von sein­er fam­i­lie nicht akzep­tiert, weil von der ex noch bilder an der wand hin­gen, obwohl ich ja schon die zweite nach dieser ex bin. irgend­wann fehlten mir sachen wie zunei­gung und all diese sachen die ich bei meinem ex hat­te. ich habe ihn zweimal kurz in einem jahr gese­hen, weil er mir aus dem weg ging. ich wollte mich bei olli rächen. als ich und olli in der kneipe waren, kam zufäl­lig mein ex here­in und ich glaube ich hat­te mich ein zweites mal in ihn ver­liebt, er schaute mir auch tief in die augen. jeden­falls kam ich nicht mehr damit klar, das olli mich mit sein­er ex so oft ver­let­zt hat­te und stellte ihn vor die wahl. Entwed­er seine fam­i­lie oder seine ex. er meinte aus prinzip würde er für keine frau eine fre­und­schaft abbrechen. für mich ist es aber nicht nur ein kumpel, er har mit der frau immer­hin zehn jahre ver­bracht. Jeden­falls pack­te ich meine sachen. Ich war so ent­täuscht das er mich und sein baby, unser baby, das er uns für seine ex gehen lässt. Ich heulte und wollte ihn vergessen, traf mich an dem­sel­ben tag mit andreas wollte mich in was neues hine­in­stürzen. olli wusste es nach einem tag. Drei tage später kam er heulend an und meinte ich sollte doch zu ihm zurück­kom­men, er wollte nur das ich nach­denke, er hat das mit der ex abge­brochen. Ich über­legte weil ich ebend auch ein kind mit ihm habe. Ich über­legte drei wochen, wusste nicht wen ich mehr liebe, mit wem ich glück­lich­er sein würde, hat­te ein schlecht­es gewis­sen gegeüber meinem kind wenn ich einen neuen hätte und somit ihr ein fam­i­lien­leben nicht ermöglichen kön­nte. Ehrlich ich wusste ganichts, hätte noch nicht mal auf die frage antworten kön­nen bei wem ich eifer­süchtiger sein würde wenn ich einen von bei­den mit ner neuen gese­hen hätte. hab mich dann für olli entsch­ieden, grössten­teils wegen kind. Mir tat es weh wenn ich von andreas nebe­nan lovesongs hörte. Ja ich fühlte mich immer noch zu ihm hinge­zo­gen. Mit olli hat­te ich nur stre­it, auch das was ich olli bei einem neuan­fang ver­sprach hielt ich nihct ein. er kon­nte mir wenig recht­machen. Ich musste andreas noch mal sehen und wir lan­de­ten im bett. Ich musste es olli sagen. Ich sagte zu andreas das ich das mit olli wahrschein­lich beende weil auch ein zweit­er ver­such nichts bringt. andreas machte sich hoff­nung auf eine zukun­ft mit mir. er hat­te damals wo ich es eigentlich noch mal mit ihm ver­suchen wollte ein bett für mein kind gekauft und eine babyschale. jeden­falls bemüht er sich sehr um die kleine. ich sagte olii das ich mit ihm geschlafen habe, er rastete richtig aus, ver­ständlich, beschädigte aber nur sachge­gen­stände. näch­sten tag meinte olli zu mir er würde mir noch ne chance geben. jet­zt über­lege ich wieder und weiss wieder mal gar­nichts was richtig ist. Vielle­icht würde ich es bereuen wenn ich mit andreas zusam­men komme falls es nicht so läuft, vielle­icht würde ich es auch mit olli bereuen. weil wenn ich mich jet­zt entschei­de für eine per­son gibt es bei der anderewn kein zurück mehr, das würde ich auch nicht wollen. ich habe die bei­den eh schon sehr ver­let­zt. mit andreas habe ich noch nicht die schat­ten­seit­en ein­er beziehung ken­nen­gel­ernt, die aber auch kom­men wür­den. bei olli wüsste ich jet­zt wie ich damit umge­hen müsste. Ich weiss nicht wie ich mich entschei­den soll. Olli liebt die kleine auch sehr. er hat oft geweint, wenn wir extremen stre­it hat­ten und er hielt sie im arm. er hat natür­lich auch angst sie zu ver­lieren. ich würde sie ihm jed­erzeit geben, das weiss er auch so oft wie er möchte. das beschissenste ist das egal mit wem ich zusam­men komme, der ex nenean wohnt. Was würdest du mir rat­en, daniel? ich weiss echt nicht mehr weiter

Daniel_heiniger hat am 26/8/2004 geantwortet
hmmm. Das klingt etwas ver­wirrend. Ich kann dir schlecht sagen, was du tun sollst, das kannst du let­ztlich nur sel­ber am besten wissen.

Mir scheint im Moment, es ist fast gehupft wie gesprun­gen. Oder mit ein­er noch schlim­meren Reden­sart: Du kommst da vom Regen in die Traufe. Bei­des scheint irgend­wie nicht richtig, keins von bei­den scheint ein wirk­lich gang­bar­er Weg zu sein. Was also tun?

Warum bist du so hin- und hergerissen?


Bei­de Män­ner habe ihre Vorzüge. Bei­de Män­ner haben ihre Schat­ten­seit­en. Angesichts dessen musst du dich vielle­icht gar nicht fra­gen, welch­er von bei­den der bessere ist, son­dern entwed­er: Wo zieht es dein Herz hin (diese Frage kannst du defin­i­tiv nur selb­st beant­worten), oder: was ist vernün­ftig oder richtig für dich und/oder das Kind (hier hast du mit dem Hin­weis, dass der eine ja der Vater deines Kindes sei, eine Spur vorgegeben).


Wobei das mit dem Herz ein biss­chen gefährlich ist, weil es dich offen­bar heute hier­hin, mor­gen dor­thin zieht. Vielle­icht musst du wirk­lich dieses Herz mal kurz aussen vor lassen und dir schlichtweg über­legen, was dir und dem Kind gut tut. Und auch, wo du mit deinem Leben über­haupt hin willst. Und dann diesen Entscheid mit­teilen und ihn durchziehen — und dich nicht mehr ver­führen lassen von anderen Männern/Gelegenheiten/Gefühlen.


Das ist der Rat, den ich dir geben möchte. Und ich wün­sche dir, dass du deinen Weg findest.


Mit her­zlichen Grüssen

— Daniel

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Kündigung wegen Affäre


Melissa3107 hat am 19/8/2004 gefragt:
Ich bin ver­heiratet, habe mit einem eben­falls ver­heirateten Kol­le­gen ein Ver­hält­nis. Wir haben beru­flich nichts miteinan­der zu tun und uns immer in unser­er Pri­vatzeit getrof­fen, daher auch keine Ein­schränkung der beru­flichen Leistung/Arbeit. Prob­lem — der Chef meines Kol­le­gen hat sich in der Urlaub­szeit ohne dessen Zus­tim­mung Zugriff zum PC ver­schafft und ein­deutige Mails, die wir uns geschrieben haben (nicht über Inter­net, son­dern Fir­me­nout­look) gefun­den. Dieser Chef hat ihm am 1. Arbeit­stag mit­geteilt, dass er wegen Ver­trauens­bruch kündi­gen müsse oder ihm frist­gerecht gekündigt wird. Er würde ihm auch helfen bei der Suche nach einem neuen Job. Dieser Vorge­set­zte ist mit seinen Infor­ma­tio­nen zum Per­son­alchef marschiert und eben­falls zur Geschäft­sleitung. Die Geschäft­sleitung will meinen Kol­le­gen behal­ten und der Per­son­alchef hat eingewen­det, dass man eine Masse Mitar­beit­er kündi­gen müsse, wäre der Kündi­gungs­grund Miss­brauch des Mails mit pri­vat­en Nachricht­en. Mein Kol­lege ist der Mei­n­ung, dass man uns nichts kann, da sich der Chef straf­bar gemacht habe, weil er ohne Ein­willi­gung Zugang zu pri­vat­en Dat­en seines Mitar­beit­ers erlangt habe. Darf dieser Chef die Dat­en weit­ergeben? Muss ich damit rech­nen, dass ich jet­zt gekündigt werde, wenn z.B. mein Chef informiert wird? Unter­liegt der Chef der Schweigepflicht bzw. sind pri­vate Dat­en geschützt oder kann er mit der Geschichte hausieren gehen? Sie müssen wis­sen, ich liebe meinen Job, mache ihn gut und gerne und kann sich­er­stellen, dass die Beziehung kein­er­lei neg­a­tive Auswirkung auf meine Arbeit­sleis­tung hat­te. Kann ich wegen des Schreiben von Mails während der Arbeit­szeit gekündigt wer­den oder eine Abmah­nung bekom­men? Wer­den meine Kol­le­gen oder mein Mann darüber informiert, was der Chef meines Kol­le­gen her­aus gefun­den hat oder darf dieser über die erwor­be­nen, ver­traulichen pri­vat­en Mails nichts sagen?
Wom­it genau muss ich jet­zt rech­nen ? Wie sieht die Recht­slage aus? Was kann ich tun und was sollte ich lassen? Soll ich ein­fach ängstlich abwarten, was in den näch­sten Tagen geschieht oder ein Gespräch suchen und wenn ja, mit wem? Ich habe schreck­liche Angst, dass die Affäre bekan­nt wird und mir beru­flich wie pri­vat schadet.
DAnn noch als let­zte Frage — die Unter­la­gen, die sein Chef hat (den Mail­verkehr zwis­chen uns) — kann man ihn zur Her­aus­gabe der Dat­en zwin­gen oder kann dieser die behal­ten und mich oder meinen Kol­le­gen damit irgend­wann erpressen? Ich finde es schreck­lich, dass jemand etwas gegen mich in der Hand hat und z.B. meinem Chef, meinem Mann oder anderen Mitar­beit­ern aus der Fir­ma zeigen könnte.
Bitte um schnelle Beant­wor­tung mein­er Fra­gen, da ich sehr verzweifelt bin und das Spiess­routen­laufen und nicht wis­sen wie ich mich ver­hal­ten soll mich kör­per­lich fer­tig macht. Mein Kol­lege ist nach der Mit­teilung durch den Chef zusam­men gebrochen und ins Kranken­haus gebracht wor­den. Ich befürchte, dass mir das Gle­iche bevorsteht.
Danke vor­ab für Ihr Verständnis.

Daniel_heiniger hat am 19/8/2004 geantwortet
Liebe Melis­sa

Also, mit der genauen Recht­slage kenne ich mich auch nicht präzise aus. Da müsstest du schon einen Anwalt fra­gen. Aber ich würde mir da keine grossen Sor­gen machen.

Soweit ich weiss ist das Post­ge­heim­nis heilig und gilt auch für elek­tro­n­is­che Post. Nor­maler Usus in Fir­men ist, dass in mod­er­atem Mass der Gebrauch der Arbeitsmit­tel auch für pri­vate Zwecke toleriert wird. Es sagt ja auch kaum jemand was, wenn du mal jemand pri­vat anruf­st und ein paar Minuten tele­fonierst. Und solche Gespräche dür­fen auch nicht abge­hört werden.

Allen­falls kann die Fir­ma eine beson­dere Poli­tik fes­tle­gen, wie genau mit Arbeitsmit­teln wie PC und Inter­net und E‑Mail usw. ver­fahren wer­den darf/kann/soll/muss. Eine allfäl­lige Überwachung hat sich auf die Aufze­ich­nung von Verkehrs­dat­en zu beschränken (angerufene Rufnum­mer, Uhrzeit, Dauer, E‑Mail-Adresse) und darf nicht den Inhalt umfassen. Bei Tele­fonge­sprächen ist eine Aufze­ich­nung erlaubt, wenn sie deklar­i­ert wird und wenn sie dazu dient, die Leis­tung zu verbessern (wenn du z.B. tele­fonis­che Kun­den­ber­atun­gen machst und das Gespräch zu Schu­lungszweck­en ver­wen­det wird).

Es scheint mir völ­lig klar, dass sich der Chef wider­rechtlich Zutritt zu ver­traulichen Dat­en des Mitar­beit­ers ver­schafft hat und dieses Wis­sen auf keinen Fall weit­er­ver­wen­den darf. Die Geschäft­sleitung und die Per­son­al­abteilung haben in diesem Sinne ja wun­der­bar und kor­rekt reagiert. Vielmehr müsste der Chef abgemah­nt wer­den, aber das wird wohl auch nicht passieren.

Falls diese Infor­ma­tion zu Deinem Chef gelan­gen sollte, kannst du sog­ar soweit gehen, den Chef deines Fre­un­des zu verk­la­gen deswe­gen. Falls er soweit gehen sollte, dass er dich und ihn zu erpressen ver­sucht, dann ist der Schritt zur Polizei der richtige. Bzw. Dein Fre­und sollte in einem solchen Fall direkt an den Vorge­set­zten seines Chefs gehen (oder auch an die Geschäft­sleitung und das Per­son­al­we­sen, was sein Chef ja auch gemacht hat). Meine per­sön­liche Mei­n­ung ist, dass er diese inkri­m­inieren­den Unter­la­gen her­aus­geben oder ver­nicht­en muss. Auch das sollte über seinen Chef bzw. die Per­son­al­abteilung geregelt werden.

Hmmm. Beim erneuten Durch­le­sen fällt mir grad die Sache mit dem Kranken­haus auf. Eigentlich wäre die Auf­gabe deines Fre­un­des, sich hier zu wehren. Wie gesagt, durch Per­son­al­abteilung und Vorge­set­zten des Chefs. Da er hier aber bedauer­licher­weise aus­fällt, kannst du wohl nichts anderes tun, als abzuwarten und zu hof­fen, dass dieser üble Chef nicht noch weit­er geht, als er es schon tut.


Falls doch etwas zu deinem Chef gelan­gen sollte, dann denke ich, dass du die Sache ihm gegenüber leicht aus­bügeln kannst, voraus­ge­set­zt, dass da ein gewiss­es Ver­trauensver­hält­nis da ist. Sag ihm ein­fach, was du mir gesagt hast, dass näm­lich diese Geschichte deine Arbeit­sleis­tung nicht beein­trächtigt habe und dass du denkst, dass dieses sehr pri­vate Angele­gen­heit­en sind, die du selb­st regeln wollest.


Ich glaube nicht, dass du im Moment etwas tun kannst. Du kannst nur hof­fen, dass dieser Chef wieder zu Ver­stand kommt. Wenn du das Gespräch suchst mit ihm, kann das die Sache evtl. noch ver­schlim­mern. Je nach­dem, wie gut dein Ver­hält­nis zu deinem eige­nen Chef ist, kannst du ihm gegenüber ja etwas erzählen. Wenn er Ver­ständ­nis hat, ist alles in Butter.


Tschuldigung, ich hoffe, dass mein frech­er Gebrauch des Du nicht stört.

Und hoffe, dass ich helfen konnte

— Daniel

Melissa3107 hat am 20/8/2004 gefragt:
Hal­lo Daniel,
die Bew­er­tungs­funk­tion funk­tion­iert nicht, daher schicke ich dir meinen Kom­men­tar als Anschlussfrage:
Das “du” stört mich nicht im ger­ing­sten, es wirkt ver­traulich und dieses Gefühl fehlt mir derzeit in meinem Leben lei­der. Ich danke dir für die mich doch ziem­lich beruhi­gende Antwort. Mein Fre­und ist seit gestern wieder im Unternehmen, er hat­te allerd­ings kaum Gele­gen­heit mir viel zu erzählen, da er zur Zeit die Füsse ganz still hal­ten müsse. Natür­lich kann es nicht so weit­erge­hen wie vorher. Seit­dem ich ein wenig beruhigt bin, was die beru­fliche Lage ange­ht, empfinde ich nur tiefe Trau­rigkeit, dass etwas so wun­der­bares, so viel Glück auf bei­den Seit­en zu Ende sein muss, obwohl es kein­er von uns will. Wir hat­ten aus Ver­nun­ft­grün­den vere­in­bart, dass wir bei unseren Fam­i­lien bleiben, schliesslich kon­nten wir uns das vom Leben geben, was jed­er zu Hause ver­misst hat. Wir sind ein­fach füreinan­der geschaf­fen und müssen uns jet­zt wieder tren­nen. Es tut schreck­lich weh, aber ich muss es akzep­tieren. Ich emfinde eine Riesen­wut auf seinen Chef, der unser bei­der Glück so dreist zer­stört hat. Zur Zeit hat mein Fre­und einiges beru­flich am Hals und wie er mir kurz mit­teilte, brodelt bere­its die Gerüchteküche. Nicht nur meinetwe­gen, wohlge­sagt. Da sind auf sein­er Seite wohl einige Dinge nicht ganz sauber gelaufen oder wer­den vom Chef als Ver­trauens­bruch dargestellt. Man hat meinem Fre­und gestern ver­sichert, dass wed­er er noch ich um den Job ban­gen müssten. Mit seinem Chef habe er sich kurz aus­ge­sprochen und “ver­tra­gen”. Aber ob eine weit­ere Zusam­me­nar­beit zwis­chen den bei­den unter diesen Umstän­den möglich ist, soll noch gek­lärt wer­den. Heute kon­nte ich nur wenige Sätze mit ihm reden. Er erk­lärte mir, dass er sich ein­fach still ver­hal­ten müsse und wir dem­nächst reden wür­den — pri­vat natürlich.
Nochmal tausend Dank für die Antwort. Ich weiss nicht, welch­es Gefühl schlim­mer ist und welch­es leichter zu bewälti­gen ist. Die Tage voller Angst sind zwar vor­bei, dafür bin ich psy­chisch am Boden, weil ich das Wun­der­barste auf der Welt ver­loren habe, was ich je — wenn auch nur kurz — besass und was eigentlich meine schlimme Ehe aufrechter­hielt. Wie ich zukün­ftig ohne diesen Trost weit­er­leben kann, das weiss ich heute noch nicht. Ich habe eine ziem­lich harte Zeit vor mir, bete aber, dass ich nie wieder befürcht­en muss, dass etwas beru­flich­es hinterherkommt.
Vie­len Dank, du hast mir wahnsin­nig geholfen in mein­er Verzweiflung.
Melis­sa.

Daniel_heiniger hat am 23/8/2004 geantwortet
Gut. Freut mich, dass ich Dir helfen konnte

— Daniel

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Ex-Freund


Ann_2001 hat am 13/8/2004 gefragt:
Ich bin etwas länger als ein Jahr mit meinem Ex-Fre­und zusam­men gewe­sen. Er hat Anfang Juli mit mir schluss gemacht mit der Begrün­dung, dass er mich nicht mehr liebt.
Er sagt, dass sei eine wun­der­schöne Beziehung zwis­chen uns gewe­sen und er wün­scht sich seine Gefüh­le und die Beziehung zurück. Wir haben die let­zten zwei Wochen sehr viel miteinan­der gemacht, weil er Urlaub hat­te. Wir waren schwim­men, im Kino, shop­pen, abends mal was trinken etc. Es war sehr schön. Wir ver­ste­hen uns super, aber ich möchte halt mehr.
Er nimmt mich ständig in den Arm etc. Am Mon­tag musste er wieder arbeit­en und ich habe mich nicht bei ihm gemeldet und am Dien­stag haben wir tele­foniert. Er sagte mir, dass er halt jet­zt etwas Abstand möchte. Also, er möchte zwar Kon­takt, aber nicht so viel um zu sehen ob da noch Gefüh­le sind, welche über Fre­und­schaft hin­aus gehen. Ich finde das ja auch gut, weil er uns dann noch nicht aufgegeben hat. Ich habe mich gestern und heute nicht bei ihm gemeldet.
Er ist mir als Men­sch sehr, sehr wichtig und ich ihm auch. Er sagte, dass es ihn ver­let­zen würde, wenn ich gar nicht mehr da wäre, weil er mir sehr ver­traut. Er ist ein sehr ver­schlossen­er Men­sch, der alles mit sich selb­st aus macht. Abge­se­hen davon, fällt es ihm auch schw­er Gefüh­le zu zeigen und wenn er sich nicht melden will, dann macht er das auch nicht.
Selb­st wenn wir nicht mehr zusam­men kom­men, würde ich den Kon­takt nie abbrechen, weil er mir sehr wichtig ist und weil ich ihm auch sehr ver­traue. Ich kann ihm alles sagen.
Vor ein paar Wochen hat er mir in ein­er Mail geschrieben, dass er immer noch Hoff­nung hat und diese Hoff­nung nicht aufgeben wird in Bezug auf Gefüh­le und eine Beziehung.
Die Beziehung war mit ihm sehr schön. Natür­lich haben wir uns auch mal gestrit­ten, was ja auch nor­mal ist, aber ich habe einen grossen Fehler gemacht. Ich habe ihn eingeengt. Ich habe ihn jeden Tag direkt nach der Arbeit angerufen, so dass er keine Möglichkeit hat­te, sich auf den Anruf einzustellen oder sich über­haupt aus­ruhen zu kön­nen. Desweit­eren haben wir mehrere Sms am Tag geschrieben, wir haben uns ein­mal die Woche gese­hen und dann noch von Sam­sta­gnach­mit­tag bis Son­ntagabend die Zeit miteinan­der ver­bracht. Wir haben am Woch­enende sel­ten etwas getren­nt gemacht.
Er hat auch schon mal zu mir gesagt, dass wir nicht jeden Tag miteinan­der tele­fonieren müssten oder das wir jedes Woch­enende miteinan­der ver­brin­gen müssten, aber ich habe das nicht reg­istri­ert. Ich habe nicht über die Kon­se­quen­zen nachgedacht. Für mich war das alles selb­stver­ständlich und ok.
Ich habe ihm gesagt, dass ich einiges anders machen würde, wenn wir noch ein­mal eine Chance hät­ten. ich habe ihm gesagt, dass ich den Kon­takt etwas ver­ringern würde, also, dass ich ihm mehr Freiraum lassen würde und das wir auch mal etwas alleine unternehmen wür­den etc.
Im Moment ver­suche ich ihm das ausser­halb der Beziehung zu zeigen, dass ich das kann. Ich habe zwar erst spät gemerkt, dass ich ihn eingeengt habe, aber ich hoffe nicht, dass es schon zu spät ist.
Ist es aus­sicht­s­los oder gibt es noch irgen­deine Möglichkeit?

Daniel_heiniger hat am 15/8/2004 geantwortet
Liebe Ann_2001

Hoff­nung gibt es immer. Ins­beson­dere solange bei­de Seit­en bere­it sind, etwas zu tun für die Beziehung (wie das bei euch ja der Fall zu sein scheint) und sie nicht ein­fach sausen zu lassen.


Du (genau­so wie er, aber darauf hast du wenig bis keinen Ein­fluss) soll­test die Gele­gen­heit nutzen, und über dich selb­st nach­denken und daran reifen. Wenn ich Dir diesen Rat geben darf: Ich würde darüber nach­denken, was genau dich zu dem Ver­hal­ten bringt, was ihn offen­sichtlich vertreibt, bzw. was dazu führt, dass er Abstand hal­ten will, Dis­tanz sucht. Du schreib­st von zu engem Kon­takt, von zuwenig Freiräu­men, davon, dass du ihm mehrmals am Tag SMSen schreib­st und eigentlich auch Antwort erwartest. Aus welchen Grün­den tust du das? Kann es sein, dass es eine unbes­timmte Angst ist? Vielle­icht die Angst vor dem Allein sein? Die Angst, nicht geliebt zu wer­den? Die Angst, ver­lassen zu wer­den? Angst vor Langeweile? Fühlst du dich wohl, auch ganz mit dir alleine? Hast du Fre­undin­nen, mit denen du Kon­takt pflegst und mit denen du dich aussprechen kannst?


Meine per­sön­liche Mei­n­ung ist, dass man erst richtig auf andere Men­schen zuge­hen und enge Beziehun­gen pfle­gen kann, wenn man sich in sein­er eige­nen Haut wohl fühlt. Anson­sten pro­jiziert man seine Wün­sche, Sehn­süchte und Bedürfnisse auf den oder die anderen Men­schen, und diese fühlen sich meist recht schnell bedrängt dadurch. Wie man das allerd­ings erre­icht, ist sehr unter­schiedlich und indi­vidu­ell. Die einen pfle­gen ihre lieb­sten Hob­bies und gehen ganz darin auf. Andere treiben viel Sport und lieben es, auf diese Weise ihren Kör­p­er zu spüren. Wieder andere gehen zu einem Ther­a­peuten, der mit ihnen auf psy­chol­o­gis­ch­er Ebene arbeit­et. Was genau für dich das richtige ist, kann ich natür­lich nicht beurteilen, aber ich möchte dich ermuti­gen, dir darüber Gedanken zu machen. Ins­beson­dere ist es keine Schande, zu einem Psy­cholo­gen zu gehen und sich dort einge­hend berat­en zu lassen. Ich selb­st bin jahre­lang bei Psy­cholo­gen in Behand­lung gewe­sen und es hat mir sehr gut getan.


Ich hoffe, dass ich helfen konnte.


Her­zliche Grüsse

— Daniel

Ann_2001 hat am 15/8/2004 gefragt:
Es geht hier aber nicht um mich son­dern viel mehr darum, was ich jet­zt tun kann.
Dein Ratschlag hat mir nicht weitergeholfen.
Er sagt zu mir, dass er mich nicht mehr liebt, aber auf der anderen Seite sagt er, dass er sich die Gefüh­le und die Beziehung zurück wün­scht. Kann man davon aus­ge­hen, dass dies ein Wider­spruch ist? Für mich hört es sich so an.
Es geht auch nicht darum, dass wir an der Beziehung arbeit­en müssen. An welch­er Beziehung? Im Moment haben wir keine Beziehung und die wird es so lange auch nicht geben bis seine Gefüh­le wieder da sind oder bis er vielle­icht merkt, dass da noch Liebe ist. Erst dann kön­nen wir daran arbeit­en, aber vor­erst geht das nun mal nicht.
Ich glaube, Du hast Dir meinen Beitrag nicht wirk­lich durchge­le­sen. Ich habe um einen Ratschlag gebeten, aber alles was Du tust, sind mir Fra­gen zu stellen bzw. irgend­was über mich zu schreiben. Es geht aber um ihn und mich und ich möchte wis­sen, was ich von seinen Aus­sagen hal­ten soll, ob es sich lohnt über­haupt noch zu kämpfen und was ich jet­zt tun soll? Fre­unde sagen, nimm Abstand. Melde Dich nicht bei ihm. Mir wird gesagt, wenn Du Dich nicht meldest, kann er merken, was er ver­loren hat, aber mit Kon­takt nicht.
Es ist aber so schw­er sich nicht bei dem Men­schen zu melden, den man liebt. Wie gerne würde ich mit ihm ein­schlafen oder ein­fach nur auf dem Sofa liegen und mit ihm einen Film guck­en ohne grosse Worte. Ich liebe ihn und es tut weh, wenn man nicht weiss ob diese Liebe von dem Men­schen erwidert wird.

Daniel_heiniger hat am 16/8/2004 geantwortet
Ja, davon kannst du aus­ge­hen, dass das ein Wider­spruch ist, was er sagt.

Ein konkreter Ratschlag fällt mir schw­er zu geben. Auch wenn du es nicht gerne hörst: Wahrschein­lich haben deine Fre­unde recht. Für dich ist es im Augen­blick wohl das Beste, wenn du Abstand hältst. Darauf, ob seine Gefüh­le zu dir zurück­kehren, hast du wenig Ein­fluss. Da kannst du höch­stens dezent in der Nähe bleiben, ohne auf­dringlich zu sein, und dich dadurch immer wieder bei ihm in Erin­nerung rufen.


Es ist mir aber klar, dass das teu­flisch weh tut. Beson­ders wenn du dich so nach ihm sehnst, wie du schreib­st, von wegen gerne mit ihm ein­schlafen wollen und mit ihm auf dem Sofa liegen und einen Film schauen und so. Ich kann das sehr gut nach­fühlen. Aber gle­ichzeit­ig kann ich dir nicht helfen dabei. Im Moment musst du wohl oder übel davon aus­ge­hen, dass er deine Liebe nicht erwidert. So sehr dich das auch schmerzt. Erst wenn er von sich aus wieder auf dich zu kommt, kön­nt ihr zusam­men einen neuen Anfang machen. Geduld und die Bere­itschaft, deinen Schmerz zu ertra­gen ist das einzige, was dir im Augen­blick weit­er hilft.


Tut mir leid, dass ich dir nicht bess­er helfen konnte

— Daniel

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liebeskummer

 

Annika_2001 hat am 8/11/2003 gefragt:
mein fre­und und ich haben uns vor 6 monat­en nach 6 jahren beziehung getren­nt. haupt­grund für mich war, dass ich mich zu jeman­den anderen hinge­zo­gen fühlte. doch der­jenige weiss nichts davon. nun musste ich begreifen, dass was ich mir an einem part­ner wün­sche mein exfre­und verkör­pert. manch­mal kommt diese ein­sicht zu spät. mein exfre­und und ich haben immer noch ein sehr gutes ver­hält­nis, weil wir bei­de merk­ten wie wichtig wir uns sind. wir schlafen auch noch miteinan­der, was natür­lich nicht so gut ist. er meint für ihn ist schluss, ander­er­seits sagt er mir, das er jeden tag an mich denkt und mich sehr lieb hat. er ist zu mir und zu sich selb­st sehr wider­sprüchig. ein­er­seits will er mich sehen, obwohl ich zu ihm meinte, dass ein abstand für mich bess­er wäre. aber ander­er­seits sagt er mir es ist schluss und er ver­ste­ht es nicht warum ich auf ein­mal diese starken gefüh­le für ihn hege. ich weiss auch nicht warum sie wieder da sind. aber es hat mir ein­fach gezeigt, dass egal was war oder ist, er immer für mich da ist. er nimmt mich so wie ich bin, hat sehr viel geduld gehabt, mich immer zum lachen gebracht, egal wie es mir ging etc. ich war immer darauf bedacht eigen­ständig und unab­hängig zu sein, weil ich glaubte kein mann kön­nte meinen ansprüchen gerecht wer­den. ich muss zugeben ich bin ein sehr schwieriger und stur­er men­sch, aber er hat es immer akzep­tiert und hat sich immer um mich bemüht. z.b. bemän­gelte ich, dass er mir sel­ten blu­men geschenkt hat, heute weiss ich ein auf­muntern­des lachen von ihm, war viel mehr wert. ich hat­te viele schwere krisen zu bewälti­gen, aber er hat mich immer unter­stützt und zu mir gehal­ten. ich bereue wirk­lich den tag an den wir uns getren­nt haben. für ihn war der tren­nungs­grund mein dis­tanziertes und unmöglich­es ver­hal­ten. weil ich dachte, das der andere mich mehr inter­essiert. aber ich will den gar­nicht mehr. auch wenn ich weiss,dass er was von mir möchte. nur wird kein­er das verkör­pern, was mein exfre­und für mich ist. es ist schw­er mit dieser späten ein­sicht leben zu müssen. sie sehen es ist mir sehr wichtig, rat ein zuholen. nun meine frage, wie bekomme ich ihn zurück? natür­lich lasse ich ihn weites­ge­hend in ruhe und kon­fron­tiere ihn nicht ständig mit meinen gedanken und gefühlen. aber ich bereue so sehr diesen schritt gemacht zu haben

Daniel_heiniger hat am 9/11/2003 geantwortet
Liebe Anni­ka

Es gibt nichts anderes als Offen­heit und Ehrlichkeit. Dir selb­st als auch Deinen Mit­men­schen gegenüber.

Ihm machst Du die Sache ger­ade nicht ein­fach. Ich stelle mir vor, dass er ziem­lich ver­wirrt sein muss. Ein­er­seits machst Du Schluss, weil Dich ein ander­er mehr inter­essiert, aber gle­ichzeit­ig schläf­st Du immer noch mit ihm. Das muss ihn doch ver­wirren und muss ihm weh tun. Mit diesem Schmerz muss er selb­st fer­tig werden.
 


Von Dein­er Seite her sehe ich nichts anderes, als dass Du ihm reinen Wein ein­schenken musst. Über die Gründe des Schluss machens vor 6 Monat­en, als auch über die Erken­nt­nisse, die Du sei­ther gewon­nen hast. Vielle­icht, aber nicht mit Sicher­heit, ist es möglich, die Beziehung zum Ex wieder neu aufzubauen. Nor­maler­weise würde ich sagen, dass man das Ver­gan­gene ver­gan­gen lassen soll. Was vor­bei ist, ist vor­bei, und in die Zukun­ft schauen bringt mehr als an Ver­gan­genem fes­thal­ten. Ich habe aber selb­st die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist, schwierige Sit­u­a­tio­nen zu über­winden und wieder einen Weg zueinan­der find­en zu können.


Ich habe mich vor zwei Jahren selb­st von mein­er Frau getren­nt, weil ich dachte, sie nicht mehr aushal­ten zu kön­nen. Nach ein­er mehrmonati­gen anderen Liebe kam ich zur Erken­nt­nis — und dabei hat mir diese Frau auch geholfen — dass ich die Beziehung zu mein­er Frau gar nicht wirk­lich been­den will. Wir bewe­gen uns jet­zt wieder aufeinan­der zu, besuchen uns meist am Woch­enende, und über­legen sog­ar, wieder eine gemein­same Woh­nung zu nehmen. Dass das möglich wurde, erforderte, dass ich mich inten­siv mit mir selb­st und meinen Wün­schen auseinan­der­set­zte, unter anderem auch in ein­er Ther­a­pie. Eben­falls war der Wille notwendig, dass bei­de Seit­en über ihren Schmerz und ihre Wün­sche reden konnten.


Deshalb mein Hin­weis an Dich: Ja! Gib nicht auf! Ihn “weitest­ge­hend in Ruhe” zu lassen und nicht “ständig mit meinen Gedanken und Gefühlen” zu kon­fron­tieren ist ein­er­seits löblich, weil Du ihn offen­bar nicht über­fordern willst, ander­er­seits ist wohl genau das notwendig: Dass Du Deine Gedanken und Gefüh­le so offen und ehrlich wie möglich aussprichst / auf­schreib­st und ihm mit­teilst. Dabei sollte ein Dia­log entste­hen, indem bei­de Seit­en gle­ichviel Anrecht haben darauf, ebendiese Gedanken und Gefüh­le aussprechen zu dür­fen. Natür­lich wirst Du es Dir gefall­en lassen müssen, dass er Dir Vor­würfe macht, dass er Dir seinen Schmerz vorhält. Da Du das verur­sacht hast, ist das nichts als Gerecht. Damit musst Du umge­hen können.


Wenn das möglich ist, und bei­de wirk­lich bere­it sind, aufeinan­der ein- und zuzuge­hen, dann ist eine neue Annäherung möglich.


Her­zliche Grüsse

— Daniel

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ex


Akasha hat am 8/11/2003 gefragt:
Ich habe ein Prob­lem das mich nicht loslässt; Mein Ex hat im Juni mit mir schluss gemacht weil er mich nicht mehr liebte. Damals war ich am Boden zer­stört, da ich ihn noch liebte u weil ich son­st schon keine ein­fache zeit vor mir hat­te. er hat mir damals ver­sprochen trotz­dem immer für mich da zu sein. doch das war er natür­lich dann nicht, ich hätte ihn ein­fach sehr gebraucht, nicht unbe­d­ingt als fre­und, son­dern ein­fach als guten kol­le­gen der für mich da ist. ich fing ihn dan an zu has­sen, weil es schien als hätte er die 10 monate ein­fach vergessen, er hat­te auch 2monate später wieder eine fre­undin. jet­zt weiss ich eigentli das es das beste war das er schluss gemacht hat, weil wir nie zueinan­der gepasst haben und ich mich ihm sehr angepasst habe, mit anderen worten ich habe zt mich selb­st aufgegeben und war nicht mehr das freche,coole girl das ich vor ihm war. ich liebe ihn auch nicht mehr und würde nie mehr mit ihm etwas anfan­gen, aber trotz­dem muss ich oft an ihn denken (es erin­nern mich sehr viele dinge an ihn) und über­lege wie er es wohl mit sein­er Neuen hat (ob er wohl manche dinge mit ihr auch macht, die er mit mir gemacht hat, etc.) und wieso er so mies zu mir gewe­sen ist.. ich möchte aber diese gedanken gar nicht haben, ich möchte ihn ein­fach vergessen, ihn aus meinem kopf ver­ban­nen! aber wie ich das tun soll weiss ich nicht und ich weiss nicht ob ich ihm schreiben sollte um ihm zu sagen was für ein­er er ist..

Daniel_heiniger hat am 9/11/2003 geantwortet
Liebe Akasha

So sehr wir uns auch wün­schen, die Ver­gan­gen­heit ungeschehen und vergessen zu machen — es geht nicht. Schliesslich sind wir zu dem gewor­den, was wir heute sind, indem wir unsere eigene Ver­gan­gen­heit durch­lebt haben und nicht anders. Wäre sie nicht gewe­sen, wären wir ein ander­er Mensch.

So, und nach diesen eher philosophis­chen Über­legun­gen zu eher prak­tis­chen Din­gen: Wie kann ich Dir helfen, ihn zu vergessen? Ich fürchte, das kann ich nicht. Darum geht es auch nicht. Er wird immer ein Teil Dein­er Ver­gan­gen­heit sein. Ich denke, das einzige, was Du tun kannst, ist, Dir selb­st und anderen gegenüber ehrlich sein, und Deine Gedanken und Gefüh­le wahrzunehmen und auszus­prechen. Vielle­icht niederzuschreiben. Führst Du Tage­buch? Ein Brief an ihn kann eben­falls hil­fre­ich sein. Allerd­ings sollte er im Bewusst­sein ver­fasst wer­den, dass er nicht antworten muss und wird. Du willst ihm ein­fach mit­teilen, was Du ihm zu sagen hast. Ein Monolog also. Und möglicher­weise ver­fasst Du den Brief und schickst ihn am Ende gar nicht ab. Weil es genügt, dass Du Dir klarge­wor­den ist, was Deine Botschaft an ihn ist. Und dann kannst Du Dich neuen Din­gen in Deinem Leben zuwen­den. Im Bewusst­sein, dass Du diesel­ben Fehler nicht noch ein­mal bege­hen willst (und vielle­icht trotz­dem tust, aber das kannst Du dann mit Humor nehmen).


Gedanken nicht haben zu wollen funk­tion­iert nicht. Wenn man sie hat, dann hat man sie. Punkt.


Her­zliche Grüsse

— Daniel

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