Ich liebe zwei Frauen

Wetar hat am 21/4/2003 gefragt:
Ich bin seit einem knap­pen Jahr mit mein­er Fre­undin zusammen.
Die Beziehung zu ein­er ehe­ma­li­gen Arbeit­skol­le­gin scheint nun von ein­er Fre­und­schaft zu ein­er ern­sthaften Liebes­beziehung umzuschwenken.
Eigentlich möchte ich kein­er der bei­den den Lauf­pass geben. Da ich bei­de sehr mag. Warum soll mach auch seine Liebe auf eine Per­son beschränken? Wie kann ich das den bei­den klar­ma­chen, dass ich sie liebe aber sie nicht die einzige ist die ich liebe?
Ich habe die Befürch­tung dadurch bei­de Frauen zu verlieren..

Daniel_heiniger hat am 22/6/2003 geantwortet
Lieber Wetar

Ja, ich denke, mit dem let­zten Satz bringst Du es auf den Punkt. Die Befürch­tung wird sehr real sein.


Es fällt mir auf, dass Du schreib­st, dass Du bei­de sehr magst. Reicht “mögen” für eine Liebes­beziehung? Ist mögen=lieben? Daher würde Ich mich mal fra­gen, was ich denn eigentlich von ein­er Beziehung erwarte. Was bedeutet Beziehung für Dich? Und wie wäre es für Dich, wenn Deine Fre­undin einen zweit­en Fre­und hätte? Wäre das völ­lig ok für Dich?


Her­zliche Grüsse

— Daniel

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mein ex zurück

Sandy_bluewin hat am 16/4/2003 gefragt:
Ich weiss nicht was ich tun soll. ich ging vor einem hal­ben jahr nach eng­land.. mein fre­und hat­te sich immer weniger gemeldet und darum habe ich ihm einen brief geschrieben in dem ich schluss gemacht habe, aber geschrieben, dass ich hoffe, dass wir wieder eine chance haben wenn ich zurück bin und das ich ihn noch liebe… ich war dann noch ein paar mal in der schweiz.. er hat­te zwis­chen­durch 2 kurz-fre­undin­nen und jet­zt bin ich wieder zurück.. hab mich 1x mal mit ihm getrof­fen und wir hat­ten viel spass… irgend­wie habe ich das gefühl er ist unsich­er und wenn ich das the­ma beziehung anschnei­de blockt er ab. er hat­te im feb. ein­mal zu mir gesagt er würde mir gerne eine 2. chance geben aber damals kon­nte er nicht weil er eine hat­te, das ist aber mit­tler­weile wieder auseinan­der.. ich weiss, dass er im moment nicht weiss was er will, aber ich würde ihn gerne wieder zurück haben, er hat auch noch einen mit­be­wohn­er der ihn eher neg­a­tiv bee­in­flusst… ich bin am ende, ich weiss nicht was ich tun soll… bitte helft mir… ich muss auch noch sagen, er ist kein ein­fach­er mensch..und redet nicht immer viel oder gerne über prob­leme… ich weiss nicht mehr wie ich an ihn ran kom­men soll

Daniel_heiniger hat am 16/4/2003 geantwortet
Liebe Sandy

Du hast diese Frage anscheinend direkt an mich gerichtet. Es gibt unter uns aber weit­ere Experten, die Dir bes­timmt auch min­destens so gut wie ich selb­st antworten kön­nten. Ich füh­le mich zwar geehrt, aber gle­ichzeit­ig nicht so wahnsin­nig kom­pe­tent, Dir in dieser spez­i­fis­chen Sit­u­a­tion eine umfassende Antwort zu liefern. Was mir dazu ein­fällt, ist folgendes:


— Dass er nicht weiss, was er will, deutet darauf hin, dass er entwed­er schlicht und ein­fach Zeit braucht, oder aber, dass er sich nicht getraut, Dir zu sagen, dass das eigentlich heisst, dass er nicht mehr mit Dir in eine enge Beziehung ein­treten will.


— Dein erster Fehler (wenn ich das mal so sagen darf), war, mit ihm von Eng­land aus Schluss zu machen mit dem Hin­weis, dass Du ihn noch lieb­st und auf eine Chance hoff­st, wenn Du zurück­kommst. Was genau woll­test Du damit erre­ichen? Er muss das doch als Freib­rief nehmen, tun zu kön­nen, was immer er tun will — Dich wird er dabei ja nicht ver­lieren. Woll­test Du Dir selb­st die Frei­heit geben, Dich in Eng­land ver­lieben zu können?


— Lass Dir seine Aus­sage vom Feb­ru­ar mal auf der Zunge zerge­hen: “Ich würde Dir gerne eine Chance geben, aber ich habe ger­ade eine andere”. Wenn ihm das ernst wäre, würde er am näch­sten Tag mit dieser anderen Schluss machen und stattdessen mit Dir wieder neu anfangen.


Ehrlich gesagt ist meine per­sön­lich Mei­n­ung, dass Du ihn vergessen soll­test. So schw­er Dir das im Moment fällt und so schmerzhaft das sein wird: Schliesse das Kapi­tel ab. Ihm liegt ja offen­sichtlich nicht so viel an Dir. Konzen­triere Dich im Moment auf Deine Arbeit, pflege Deine Fre­undin­nen und Fre­unde, geh aus. So lap­i­dar es tönt: Es gibt noch mehr Män­ner in dieser Welt. Der­jenige, der zu Dir passt, wird schon noch auf Dich zukom­men und sich Dir zeigen. Geduld bringt Rosen (auch wenn das vielle­icht eine abge­drosch­ene Reden­sart ist, so bleibt sie doch wahr).


Her­zliche Grüsse

— Daniel

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Verzweifelt

Reto hat am 4/4/2003 gefragt:
Hal­lo Daniel
So, fol­gen­der­massen, ich bin seit 3 Monat­en mit Natasha zusam­men! Wir ver­ste­hen uns eigentlich sehr gut, nur dass Sie sich sehr häu­fig in ihre kleine Woh­nung ein­schliesst, und nie­man­den an sich her­an­lässt. Ihre Gefühlss­chwankun­gen sind eben­falls enorm. Am Mon­tag weiss sie nicht, wie fest sie mich umar­men und küssen soll — dann sehen wir uns 3 Tage nicht, und am vierten ist sie völ­lig abweisend zu mir. In Gesprächen darüber sagt sie immer, dass sie sich halt nicht gewöh­nt ist, eine so inten­sive und feste Bindung zu haben! Ich liebe diese Frau so bru­tal fest, und möchte sie ein­fach nicht ver­lieren. Aber ich komme ein­fach nicht an sie ran. Sie ruft mich sel­ten an, meis­stens bin ich der­jenige, welch­er sich bei ihr meldet. Ich möchte ein­fach nicht der­jenige sein, der sie über­rumpelt, aber wenn ich nichts mache, dann läuft auch nichts. Wenn sie einen guten Tag hat, dann merke ich wirk­lich von Herzen, dass sie mich liebt, aber eben, nur wenn es ihr gut geht!! Was soll ich tun, oder wie soll ich mich in Zukun­ft verhalten???

Daniel_heiniger hat am 4/4/2003 geantwortet
Mir scheint, Du kommst sehr wohl an sie her­an. Und berührst sie offen­bar auch sehr. Die Ver­liebthe­ist ist ja offen­sichtlich gegen­seit­ig. Bloss hat sie noch Angst vor ein­er solch inten­siv­en Beziehung, hat wahrschein­lich Angst davor, sich selb­st aufgeben zu müssen, sich selb­st zu verlieren.

Es braucht tat­säch­lich Zeit, sich an den Gedanken zu gewöh­nen, dass man jet­zt nicht mehr allein ist. Das heisst auch, dass man plöt­zlich bis zu einem gewis­sen Grad einem anderen Men­schen rechen­schaft schuldig ist. Dass dieser Men­sch viel Zeit mit mir ver­brin­gen möchte.


Ich weiss nicht genau, was ich Dir rat­en soll. Auf der einen Seite empfehle ich Dir, Dich auf Dein Gefühl zu ver­lassen, das Dir sagt, dass sie es ernst meint mit Dir, dass sie Dich zurück-liebt. Was wiederum heisst, dass Du ihr auch ruhig Zeit lassen kannst, die Geduld dazu auf­brin­gen soll­test, darauf ver­trauen, dass sie ihren Prozess durch­macht und dass sie mit der Zeit sich enger mit Dir verbinden wird. Vielle­icht hat sie ein­fach auch eigene Inter­essen, denen sie nach­leben will, und zu denen Du, wenn über­haupt, nur mit der Zeit Zugang find­en wirst, wenn sie das zulässt. Und dann gibt es tat­säch­lich auch Men­schen, die viel allein sein wollen und denen das auch gut tut. Ich bin selb­st so einer.


Auf der anderen Seite ver­ste­he ich auch, dass Du jet­zt am lieb­sten dauernd mit ihr zusam­men­sein möcht­est und Mühe hast damit, dass sie das offen­bar nicht so sehr will wie Du. Dann kann ich Dir nur rat­en: Bleib dran! Lass Dich nicht beir­ren. Ruf Du sie halt an, wenn sie Dich nicht anruft. Frag sie, ob sie es mag, wenn Du häu­fig anruf­st, wenn Du Vorschläge machst, wie ihr den Tag oder den Abend ver­brin­gen kön­ntet, oder ob sie sich belästigt fühlt. Wenn ja, dann musst Du Dich wohl oder übel zurückhalten.


Her­zliche Grüsse

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Patchwork Familie

See­lensee hat am 16/3/2003 gefragt:
Hallo,hab zwar null Ahnung ob ich hier richtig bin,aber da ist etwas was mich je länger je mehr belastet.Mein Part­ner und ich sind seit 3Jahren zusammen,ich habe 2 Jungs aus der Ehe mit meinem ver­stor­be­nen Mann und let­ztes Jahr kam noch unser gemein­samer Sohn dazu.Abgesehen von ein­er Beziehungskrise haben wir des öftern auch Stre­it wegen der Erziehung.Ich vertrete oder kann seine Ansicht­en zu wenig vertreten und er find­et die meini­gen total daneben.Er ist mir zu streng,zu herrschend und zu laut,ich schütze meine Kids davor und ver­let­ze ihn damit.Ich merk ein­fach dass ich mich nicht total umpolen lassen möchte,und denke wenn,dann müsste auch er etwas ändern und etwas von seinen Grund­sätzen und Wertvorstel­lun­gen abkommen.Ich weiss nicht mehr weiter,jedesmal disku­tieren wir darüber aber ich merk dann auch,dass es für mich so nicht stimmt.WAS tun?

Daniel_heiniger hat am 22/6/2003 geantwortet
Bei Erziehungs­fra­gen ist lei­der das Ei des Kolum­bus noch nicht gefun­den wor­den. Es gibt so viele Erziehungsan­sätze, wie es Väter und Müt­ter gibt. Welch­er davon richtig oder falsch ist, kann wohl kaum jemand wirk­lich beurteilen.

Meine per­sön­liche Mei­n­ung (und auch die viel­er Experten) ist die, dass eine Erziehung “fre­undlich aber kon­se­quent” sein sollte.


Du schreib­st wenig über Deinen eige­nen Erziehungsstil; Deine Hin­weise auf den­jeni­gen Deines Fre­un­des deuten jedoch darauf hin, dass er wenig Geduld hat und schnell laut wird.


Wäre es vielle­icht hil­fre­ich, wenn Ihr Euch darauf ver­ständi­gen kön­ntet, dass Du ihm über ein Sig­nal (z.B. eine Berührung am Arm) zu ver­ste­hen geben kannst, dass er jet­zt wieder zu weit geht oder zu laut wird. Kinder brauchen und wollen auch Gren­zen geset­zt bekom­men. Sie fordern dies ja häu­fig ger­adezu her­aus. Und Gren­zen­losigkeit ist auch schädlich. Allzu enge Gren­zen dage­gen ver­hin­dern ihre Entfaltung.


Nüt­zlich wäre es, wenn Ihr Euch unter vier Augen mit diesen Fra­gen auseinan­der­set­zt. Dabei soll­tet Ihr Abmachun­gen tre­f­fen darüber, wer wann find­et, dass der Part­ner jet­zt zu weit gegan­gen ist bzw. zu large war. Ich denke allerd­ings, dass die grund­sät­zliche Rol­len­verteilung schon stim­mig ist: Dass näm­lich der Mann im Hause streng ist und die Mut­ter etwas beschützend sein darf. Ihr müsst nur auf­passen, dass Ihr Euch vor den Kindern gegen­seit­ig heruter­ma­cht, was dazu führt, dass sie jeden Respekt ver­lieren. Ausser­dem beste­ht die Gefahr, dass die Kinder die unter­schiedlichen Erziehungsvorstel­lun­gen auszunützen ver­suchen. Kom­pro­miss­bere­itschaft auf bei­den Seit­en ist dazu allerd­ings wohl Voraus­set­zung. Wenn das nicht funk­tion­iert, möchte ich Euch gerne eine Ther­a­pie empfehlen, und zwar bei einem Paar- oder Fam­i­lien­ther­a­peuten. Diese neu­trale und unab­hängige Per­son wird mithelfen, dass Ihr wieder aus diesem Teufel­skreis her­aus­find­en könnt.


Her­zliche Grüsse und viel Mut

— Daniel

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giftstachel

Savch hat am 20/1/2003 gefragt:
wenn ich mich von meinem part­ner über län­gere zeit ver­let­zt oder unver­standen füh­le, set­ze ich (weib­lich, sko­r­pi­on) aus hil­flosigkeit oft meinen gift­stachel ein, indem ich mehr oder weniger bewusst äusserun­gen mache, wo ich weiss, dass sie meinen part­ner ver­let­zen kön­nten. meine bish­eri­gen part­ner kon­nten damit umge­hen. mein let­zter part­ner (waage) hat aus eben diesem grunde die pat­ner­schaft vor kurzem been­det, da er damit nicht klar kam. ich ver­suche seine entschei­dung zu akzep­tieren und doch möchte ich dieses prob­lem in den griff bekom­men. ich weiss, dass es am ein­fach­sten wäre, es gar nicht soweit kom­men zu lassen und über die gründe sofort zu sprechen. doch unab­hängig davon, wie kann ich ver­suchen solche äusserun­gen im entschei­den­den moment zu unterdrücken?
kön­nen sie mir einen tipp geben?

Daniel_heiniger hat am 20/1/2003 geantwortet
So ein Zufall — ich bin selb­st Waage…

Ich kenne das gut, ich hat­te selb­st mal eine Fre­undin, die gut und gerne den “Gift­stachel aus­ge­fahren” hat, wie Du Dich aus­drückst. Ich kon­nte auch lange nicht damit umge­hen, bis ich irgend­wann anf­ing, mich hin­ter­her, in ein­er ruhi­gen Minute, sie darauf hinzuweisen, dass mich diese oder jene Äusserung sehr ver­let­zt hat. Was ich denn auch Deinem Fre­und empfehlen würde, so er sich noch dafür interessierte.


Dir möchte ich kurz ein Vorge­hen schildern, das ich bei mir selb­st schon mehrmals mit Erfolg angewen­det habe, wenn es darum ging, dass ich ein mich oder andere stören­des Ver­hal­ten ändern wollte. Und zwar habe ich dazu ein drei-Schritte Pro­gramm entwickelt.


Grund­satz: Du bist nicht Deine Reak­tion. Wenn Du ver­let­zend wirst, ist es, nehme ich an, nicht in dem Sinne gemeint, dass Du die Belei­di­gung wörtlich meinst oder den Part­ner echt belei­di­gen willst. Son­dern es ist vielmehr eine Reak­tion auf eine eigene Ver­let­zung, oder dass Du Dich selb­st unver­standen fühlst (wie Du ja selb­st schreib­st). Daher: Du bist nicht Deine Reak­tion. Deine Reak­tion ist angel­erntes Ver­hal­ten. Es gibt auch andere Möglichkeit­en, als auf diese Weise zu kom­pen­sieren. Diese müssen nur erlernt werden.


Erster Schritt: Beobachte Dein eigenes Ver­hal­ten. In dieser Phase wird es noch nicht möglich sein, Dein Ver­hal­ten zu ändern. Vielmehr bemerkst Du erst hin­ter­her, dass Du jet­zt wieder ein­mal unnötig zu weit gegan­gen bist. Wenn Du dieses real­isierst, sage zu Dir selb­st: “Aha! Jet­zt bist Du wieder ein­mal in die Falle getappt!” Wenn Du magst, sage dies auch Deinem Part­ner. Und entschuldige Dich sog­ar dafür. Ver­sprich aber nicht, dass es nicht mehr vorkommt, denn es wird wieder vorkom­men. Entschuldige Dich ein­fach dafür. Das wird ihm gut­tun. Gle­ichzeit­ig kannst Du ihn darauf hin­weisen, was Dein Ver­hal­ten her­vorgerufen hat. Inwiefern Du Dich selb­st ver­let­zt oder unver­standen fühlst. Das wird schon mal zu sehr guten Gesprächen führen.


Zweit­er Schritt: Beobachte Dein eigenes Ver­hal­ten. Aber mit der Zeit wird Dein inner­er Alarm schon zu schrillen begin­nen, ger­ade während Du Deinen Part­ner ver­let­zt. Wenn Du es eim­mal nicht erst hin­ter­her, son­dern bere­its während­dessen merkst, weisst Du, dass Du in die zweite Phase einge­treten bist. Jet­zt hast Du die Möglichkeit, Dich sofort zu entschuldigen, oder sofort die Spitzen zu brechen. Auch diese Phase wird län­gere Zeit dauern, Wochen bis Jahre.


Drit­ter Schritt: Beobachte Dein eigenes Ver­hal­ten. Da Du Dir selb­st gegenüber immer sen­si­bler gewor­den bist, merkst Du jet­zt bere­its vorher, wenn Du in “Stichel­laune” kommst und kannst Dich bewusst dafür entschei­den, sie auszuleben, oder stattdessen die wahren Motive aufs Tapet zu brin­gen. In dieser Phase bist Du soweit, dass Du die eige­nen Ver­let­zun­gen und das Dir ent­ge­genge­brachte Unver­ständ­nis auf den Tisch leg­en kannst, bevor es Schaden anrichtet. Das empfehlenswerte Vorge­hen ist näm­lich, solche Dinge sofort auszus­prechen. “Mein Lieber, ich füh­le mich in der Sache xxx von Dir nicht ver­standen. Es ist mir aber wichtig. Darf ich mit Dir bitte nochmals darüber reden und Dir genau erk­lären, was ich meine?” Oder “Ich füh­le mich ver­let­zt durch xxx. Warum hast Du das getan/gesagt? Gibt es einen beson­deren Grund dazu?” Und schon führt ihr frucht­bare Gespräche, die Euch entwed­er einan­der näher brin­gen, oder klar machen, dass ihr eventuell nicht zusam­men gehört. Dies wäre wohl dann der Fall, wenn er über­haupt nicht auf Deine Gespräch­sange­bote eingeht.


Allfäl­lig musst Du ihm die Zeit geben, die Du selb­st gebraucht hast (oder noch mehr), sodass er selb­st auf diese Stufe wach­sen kann. Falls er sich über­haupt nicht für eine verbesserte Gespräch­skul­tur inter­essiert, ist es wohl Zeit, einen anderen Mann zu suchen.


Liebe Grüsse

— Daniel

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Pupertät

Sandy_search hat am 18/1/2003 gefragt:
Meine Tochter, welche im Juni 2003 15 jahre alt wird, kapselt sich seit einem hal­ben Jahr regel­recht zu Hause ab! Nichts ist mehr recht Ich als Allein­erziehende Mut­ter, welche noch arbeit­en muss und auch noch 2 Knaben zu ver­sor­gen hat, im Alter von 9 und 11 Jahren, werde von ihr als ” nichts ” dargestellt! Wir kön­nen nicht zusam­men sprechen, da sie immer meint, sie wisse, was sie zu tun hat und ich brauche ihr nichts mehr zu sagen! Sie hat auch schon gesagt, dass es ihr zu Hause nicht mehr gefällt und dass andere ” mehr ” haben, als wir! Ich werde mit der Sit­u­a­tion im Moment ein­fach nicht fer­tig und habe mir auch schon gedacht, einen Psy­cholo­gen dazu zu ziehen! Vielle­icht wäre es gut, wenn wir eine Fam­i­lien­ther­a­pie machen wür­den?! Sie hil­ft auch über­haupt nichts mehr zu Hause. Auch mit ihren Brüdern kommt sie nicht mehr zu recht. Sie stichelt sie oft und haben viel Krach zusam­men. Und dann wieder ver­sucht sie, die Buben zu erziehen. Sie hat sich­er viel miter­lebt! Sie ist das Kind vom ersten Mann, welch­er Alko­ho­lik­er war und mich Mis­shan­delt hat! Als er anf­ing, meine Tochter mit 1/2 jährig zu schla­gen, habe ich, als sie 1 1/2 jährig war, meinen Mann ver­lassen! Mein 2 Ehe­mann hat uns psy­chisch Mis­shan­delt und diese Ehe ging nach 8 Jahren in die Brüche! Aus dieser Ehe stam­men die 2 Buben! Ich weiss mir keinen Rat mehr. Ich möchte ihr gerne helfen, aber ich weiss nicht wie! Wenn sie in der öffentlichkeit ist, geht es wun­der­bar und alle rüh­men meine Tochter, aber eben, zu Hause ist sie wie ein umgekehrter Hand­schuh! Vielle­icht wis­sen sie mir einen Rat!
Vie­len Dank!
San­dra

Daniel_heiniger hat am 20/1/2003 geantwortet
Liebe San­dra

Das ist eine sehr schwierige Sit­u­a­tion. Bei den Kindern mein­er Frau (ich bin also ihr zweit­er Mann) sind mir zum Glück solch mas­sive Schwierigkeit­en erspart geblieben, obwohl es auch mir gar nicht leicht fiel (um nicht zu sagen, dass es mir häu­fig miss­glück­te), in ihrer Pubertät die richti­gen Worte zu find­en, um mäs­si­gend oder rich­tungsweisend auf ihr Ver­hal­ten einzuwirken. Als nicht-so-geplagter Stief­vater darf ich Ihnen deshalb vielle­icht fol­gende Ratschläge geben:


Geduld — bringt Rosen, sagt man. Ich weiss, das ist viel leichter gesagt, als getan. Aber es hil­ft nichts: Sie könnnen Ihre Tochter nicht von heute auf mor­gen ändern, noch kön­nen Sie Sich selb­st so schnell ändern. Viele Dinge sieht man im Lauf der Zeit als weniger gravierend an. Das gilt ins­beson­dere für Ihre Tochter: Geben Sie ihr Zeit, sich in der Welt der Erwach­se­nen zurecht zu find­en. Das bedeutet ja vor allem, dass sie mehr und mehr Ver­ant­wor­tung für sich und andere übernehmen muss und wird. Das macht auch Angst. Und wiegt schwer.


Nicht provozieren lassen, Ruhe bewahren — Das gehört ins selbe Kapi­tel wie die Geduld. Und heisst: Herum­schreien mit rotem Kopf bringt wenig. Das steigert nur die Ver­bis­senheit, mit der man seinen eige­nen Stand­punkt vertei­digt, sowohl Sie als auch Ihre Tochter. Es ist bess­er, in Ruhe miteinan­der zu reden. Wenn die Wut ver­raucht ist. Und man Zeit hat.


Ehrlichkeit — Möglicher­weise hat sie ja recht mit ihrer Aus­sage, dass “andere mehr haben” als sie. Da hil­ft wohl kein Beschöni­gen. Tat­sachen sind Tat­sachen. Und die soll man auch aussprechen. Und dazu ste­hen. Ihr habt bei­de ein schw­eres Leben gehabt. Mehr lag und liegt nicht drin. Sie müssen wahrschein­lich jeden Franken zweimal umdrehen, bevor Sie ihn aus­geben. Das ist keine Schande. Es geht vie­len Men­schen so. Zur Schande wird es erst, wenn man sich dafür schämt. Aber wofür sollen Sie sich schä­men? Sie haben getan, was getan wer­den musste. Sie haben ihr ganzes Leben hart gear­beit­et. Dafür müssen Sie sich nicht schä­men. Schliesslich gibt es andere Mit­tel, um sich glück­lich zu machen, als mit Din­gen, die mit Geld zu kaufen sind. Unternehmen Sie etwas mit ihrer Tochter, was auch ihr Freude macht. Lassen Sie ihre Phan­tasie wal­ten. Das braucht nicht viel Geld.


Klare Lin­ie — Sagen Sie ihr in ruhi­gen Worten, was für Sie drin liegt, und was nicht. Dass Sie nach wie vor die Ver­ant­wor­tung für sie tra­gen, auch wenn ihr das nicht recht ist. Wie spät sie Abends nach Hause kom­men darf, wie sie Zuhause im Haushalt helfen soll. Wie Sie sich ihren Umgang mit ihren Brüdern vorstellen. Und dann aber auch darauf behar­ren. In anderen Worten: Ver­lan­gen Sie nichts, was Sie nicht auch bere­it sind, durchzusetzen.


Hil­fe suchen — die Idee mit dem Psy­cholo­gen ist gar nicht so schlecht. Auch hier: Es ist keine Schande, wenn man sich helfen lässt. Ich bin selb­st jahre­lang in Ther­a­pie gewe­sen und es hat mir sehr geholfen. Meine Empfehlung wäre, bei einem Ther­a­peuten oder ein­er Ther­a­peutin eine erste Sitzung zu machen und dabei erzäh­le, wie es Ihnen geht, und um was es Ihnen geht, bei was sie genau Hil­fe benöti­gen. Gle­ichzeit­ig soll­ten Sie her­aus­find­en, ob Sie sich bei diesem Ther­a­peuten oder dieser Ther­a­peutin wohl fühlen. Ob Sie ihm/ihr ver­trauen kön­nen. Das ist das wichtig­ste bei ein­er Ther­a­pie. Sie soll­ten ihn/sie auch darauf ansprechen, ob eine Fam­i­lien­ther­a­pie sin­nvoll sei, oder ob Sie sich vielle­icht erst ein­mal selb­st helfen lassen wollen und dadurch gestärkt wieder auf Ihre Tochter zuge­hen kön­nen. Im Raum Zürich/Baden/Lenzburg kenne ich noch den einen oder anderen Psy­cholo­gen, den ich empfehlen kön­nte. Wenn Sie mir Ihren Wohnort ver­rat­en (pri­vat natür­lich, nicht öffentlich), dann empfehle ich Ihnen gerne den einen oder anderen Therapeuten.


Mit her­zlichen Grüssen

— Daniel

Daniel_heiniger hat am 20/1/2003 geantwortet
Liebe San­dra. Danke für Ihre Bew­er­tung und beson­ders für den Kom­men­tar dazu.

Allerd­ings möchte ich dazu sagen: Nicht verza­gen! Es nicht zu schaf­fen ist keine Option. Was soll das auch heis­sen? Natür­lich schaf­fen Sie das. Aber lassen Sie sich dabei helfen.


Lei­der kenne ich mich im Kan­ton Solothurn mit Ther­a­peuten nicht so gut aus. Vielle­icht wollen Sie es ein­fach mal aufs ger­ate­wohl im Tele­fon­buch pro­bieren? Suchen Sie unter “Psy­chol­o­gis­che Beratung” oder “Psy­chother­a­pie”. Und, wie gesagt, wenn Sie sich beim Ther­a­peuten in der ersten Sitzung nicht wohl fühlen, sagen Sie ihm das und ver­suchen Sie es bei einem anderen. Diese Leute sind dafür aus­ge­bildet, mit sowas umge­hen zu kön­nen. Es macht auch nichts, wenn Sie mehrere “durch­pro­bieren”. Es ist schliesslich zu Ihrem Besten. Fra­gen Sie auch danach, ob die Stun­den mit der Krankenkasse abgerech­net wer­den kön­nen. Das ist häu­fig der Fall, beson­ders bei psy­chi­a­trisch aus­ge­bilde­ten Ärzten.


Ich frage mal bei meinen Fre­un­den herum. Vielle­icht find­et sich doch noch ein­er, der einen guten Solothurn­er Ther­a­peuten ken­nt. Aber ver­lassen Sie sich nicht darauf.


Herzlichst

— Daniel

Daniel_heiniger hat am 21/1/2003 geantwortet
Der einzige Ther­a­peut, den ich Dir anbi­eten kann, ist dieser hier:

Peter Stuc­ki, Therapeut

Oeku­menis­che Beratungsstelle

Ehe-Fam­i­lien- u. Part­ner­schafts­fra­gen Seeland-Solothurn

Bahn­hof­str. 16, 2502 Biel

Tel 032 322 7880


Es inter­essiert mich, wie es Dir weit­er erge­ht. Bitte halte mich auf dem laufenden.


Viel Erfolg!

— Daniel

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Beziehungsfrage

Wisi hat am 25/11/2002 gefragt:
Ich liebe meine Frau, aber ich habe seit kurzem ein Ver­hält­nis mit ein­er attrak­tiv­en, intel­li­gen­ten jun­gen Dame. Was soll ich tun?

Daniel_heiniger hat am 25/11/2002 geantwortet
1. Was heisst, dass Du Deine Frau lieb­st? Heisst das, dass sie Dir so viel Wert ist, dass Du für sie bere­it bist, auf das eine oder andere zu verzicht­en? Bedeutet es, dass Dir das Ver­sprechen “bis dass der Tod euch schei­det” nicht nur leere Worte sind? Bedeutet es, dass Du Dir vorstellen kannst, mit ihr zusam­men alt zu wer­den? Etwas aufzubauen? Gemein­same Pläne zu ver­fol­gen? Kinder grosszuziehen? Im Pen­sion­salter zusam­men auf dem Ofen­bän­klein sitzen und das Leben Revue passieren zu lassen?

2. Was genau zieht Dich zu der jun­gen Dame? Ihr Alter? Ihre Attrak­tiv­ität? Ihre Intel­li­genz? (um nur schon bei den Din­gen zu bleiben, die Du selb­st erwäh­nt hast) Oder ist es das, dass sie (mehr oder weniger leicht) zu haben war? Dass sie Dich span­nend find­et? Dass sie Deinem Ego schmeichelt?


Eine bedeut­same Beziehung aufzubauen mit dem Men­schen, der einem am meis­ten bedeutet, erfordert viel Arbeit. Nicht alle von uns sind auch bere­it, diese Arbeit zu leis­ten. Man kann es sich z.B. zur Auf­gabe machen, die Lei­den­schaft, die in jed­er länger­dauern­den Beziehung irgend­wann geringer wird, ohne Zuhil­fe­nahme von fremder Energie wie beim Fremdge­hen wieder aufzufrischen. Dazu sind auch keine Swingerk­lubs oder Pornovideos notwendig. Die Häu­figkeit des Sex mit mein­er eige­nen Frau hat auch deut­lich nachge­lassen (wir sind seit 12 Jahren ver­heiratet). Wenn ich mich die innere Ein­stel­lung find­en kann, dass jede sex­uelle Begeg­nung mit ihr ein­ma­lig ist, und dass ich meine ure­igene männliche, phal­lis­che Energie zu dieser Begeg­nung mit­brin­gen kann und dann sehen, was sich daraus entwick­elt, aber auch die Offen­heit habe, mich auf den Augen­blick einzu­lassen und eventuell ganz woan­ders zu lan­den als ich ursprünglich wollte, dann kann neues entste­hen, von dem ich gar nicht wusste, dass es existiert.


Ich nehme an, dass ich Dir nicht erk­lären muss, dass Du mit der “attrak­tiv­en, intel­li­gen­ten jun­gen Dame” selb­stver­ständlich weit­er­ma­chen kannst, dass Du Dich von Dein­er Frau schei­den lassen kannst. Dass Du aber irgend­wann Dich wieder in der­sel­ben Sit­u­a­tion wiederfind­en wirst, dass Du näm­lich eine noch jün­gere und noch attrak­ti­vere und noch intel­li­gen­tere Dame find­en wirst, die Dich wieder ins selbe Dilem­ma stürzen wird. Warum die Sache nicht gle­ich richtig anpack­en und Dich bei der Dame für die schö­nen Stun­den, die ihr zusam­men ver­bracht habt, bedanken, aber im übri­gen Dich ver­ab­schieden und nach Hause gehen und dort mit der (Beziehungs-) Arbeit anfan­gen, mit der Frau die Du lieb­st, und die Dich liebt, und mit der Du eine Zukun­ft auf­bauen woll­test und immer noch willst (falls das denn der Fall ist).


Her­zliche Grüsse

— Daniel

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Liebeskummer

Zar­ley hat am 18/9/2002 gefragt:
Ich war 3.5 Jahre mit mein­er dama­li­gen Fre­undin zusam­men als ich Schluss gemacht habe.Ich war im let­zten Semes­ter mein­er Weit­er­bil­dung und war sehr unzufrieden mit mein­er Arbeitsstelle.Leider gin­gen mir die kleinen Fehler mein­er Fre­undin auch auf die Nerven.Ich war nie glück­lich über diese Entschei­dung und doch schien es mir die einzige Möglichkeit zu sein auszubrechen.Nun sie hat sehr viel gelit­ten und einiges durch­machen was mir unendlich leid getan hat.
Das war Mitte Mai.Ende Juli rief sie mich ein­mal an und sagte mir dass sich ein Typ bei ihr gemeldet hat und ins Kino möchte mit ihr.Ich sagte ihr dass sie doch auch gehen sollte“sie müsse ja nicht gle­ich eine Beziehung anfangen.Am näch­sten Abend ging sie dann mir ihm ins Kino,3 Tage später gin­gen sie miteinander,und nochein­mal 2 Tage später an unserem “4 Jähri­gen Jubiläum” rief sie mich an und erzälte sie mir von ihrem Glück.
Jet­zt wurde mir bewusst langsam dass ich sie ver­lieren werde und habe sofort reagiert und ihr erzählt dass ich sie immer noch sehr liebe,was die Wahrheit ist,und dass ich nur mit ihr glück­lich wer­den kann.Sie machte dann sofort einen Break mit dem Anderen und dan ging es so richtig los.Innerhalb der let­zten 3 Wochen sagte sie mir dass sie mich immer geliebt habe und ich ihr Mann fürs Leben bin.Das ging so etwa einen Tag und sie erzählte mir dann dass sie ein schlecht­es Gewis­sen dem Anderen gegenüber hat und doch nicht so sich­er ist ob sie mich wirk­lich liebe oder nicht.Der Andere hat auch nicht Vor­wür­fen an ihre Seite ges­part und ihr ein schlecht­es Gewis­sen gemacht:sie habe ihm das Herz durch­bohrt und jet­zt haue sie noch mit einem Ham­mer darauf und die Welt stecke voller Wieder­hol­ungstäter usw.Schlussendlich hat sie dann mir defin­i­tiv gesagt dass sie mit mir keinen Neuan­fang haben möchte es sei zuviel geschehen.
Am näch­sten Tag war sie dann bere­its mit dem Anderen Typ zusam­men der übri­gens über­haupt nich ihr Typ sei.
Gestern einen Woche später traff sie eine gemein­same Fre­undin und erzählte ihr sie liebe den Anderen und für mich sei es doch das Beste wenn ich auch eine Fre­undin hätte,das würde ihr einen Stich ins Herzen geben aber es wäre doch das beste.Mit dem Anderen wüsste sie ja aber auch nicht ob die Beziehung klappe oder nicht.
Glauben sie dass sie mich mit dem Anderen vergessen machen möchte?
vor 3 Tagen als ich sie anrief und etwas abmachen wollte zum kurz einen Cafe trinken sagte sie mir es sei ihr noch zu früh.
Was kanbn ich unternehmen dass sie mir eine 2 Chance gibt?

Daniel_heiniger hat am 18/9/2002 geantwortet
Ich sehe nur eines: Hart­näck­ig dran­bleiben. Die offene und ehrliche Auseinan­der­set­zung suchen mit ihr. Ihr mit­teilen, was sie Dir bedeutet. Und was das für Dich bedeutet, welche Kon­se­quen­zen das für Dich hat.

Sie hat nun erlebt, dass sie sich nicht 100%-ig auf Dich ver­lassen kann. Deshalb braucht es jet­zt einiges von Dein­er Seite, dass sie merkt, dass Du ein Men­sch bist auf den sie zählen kann. Und Frauen wün­schen sich Män­ner, die zu ihnen ste­hen. Ohne wenn und aber. Wenn aber dieses Grund­ver­trauen da ist, dann tut sie so ziem­lich alles für Dich. Dann sind andere Män­ner kein The­ma mehr, ob die Beziehung in die Brüche gehen soll oder nicht. Das ist dann für Euch bei­de völ­lig klar, dass ihr zusam­menge­hört. Voraus­set­zung ist natür­lich, dass Du es ernst meinst.


Und davon gehe ich aus, weshalb ich sehr wohl denke, dass sie Dir eine zweite Chance geben wird, wenn Du Deine Absicht und Deine Zuver­läs­sigkeit nur klar genug unter Beweis stellst. Es kann sein, dass Du etwas Geduld brauchst, dass Überzeu­gungsar­beit von­nöten ist. Aber, wie gesagt, Du meinst es ja ernst, und deshalb ist das ja auch kein Prob­lem für Dich.


Viel Erfolg

— Daniel

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keine Freunde — keine Freude

Is14al hat am 11/9/2002 gefragt:
Ich habe keine Fre­unde – warum sollte mich jemand mögen? Ich bin hässlich, schlecht im Sport, und auch meine Noten in der Schule brin­gen mir nichts als Kum­mer mit den anderen Kindern ein. Auch wenn ich ver­suche, mir nichts daraus zu machen, z.B. im Bus oder der Cafe­te­ria, gibt es immer jeman­den, der mich aus­lacht und mich einen Ver­sager schimpft. Wenn ich wenig­stens Fuss­ball spie­len kön­nte oder gröss­er oder stärk­er wäre, vielle­icht wäre dann alles anders. Aber ich bin bloss ein Blöd­mann, und die einzi­gen Kinder die mit mir rumhän­gen sind sel­ber blöd – wer braucht schon sowas? Manch­mal, wenn ich in meinem Zim­mer sitze und Musik höre, stelle ich mir vor wie es wäre, wenn ich klasse wäre, ein­er, den andere mögen; wie es wäre Fre­unde zu haben. Warum bin ich bloss als Ver­sager geboren worden?

Daniel_heiniger hat am 16/9/2002 geantwortet
Lieber is14al

Ich möchte Dir auch ein paar Fra­gen stellen:


Glaub­st Du, dass andere Dich gern haben kön­nen, wenn Du Dich selb­st nicht gerne hast? Glaub­st Du, dass andere zu Dir ste­hen kön­nen, wenn Du sie als blöd beze­ichnest und Dich selb­st und andere ablehnst? Weil, was man ablehnt, ver­liert man näm­lich. Das ist eine geheime Regel.


Hast Du es jemals erlebt, dass Dich jemand gerne hat­te, so wie Du bist, Eltern, Grossel­tern, Nach­barn, oder son­st wer? Hast Du jemals jeman­den annehmen kön­nen, so wie er oder sie war? Wie war das? Hast Du ein­mal eine Fre­und­schaft ver­loren, und wie war das?


Was find­est Du schön im Leben und woran hast Du Freude? Gibt es einen Hund oder eine Katze oder son­st ein Tier, das Dich annimmt so wie Du bist?

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Wie soll ich nach 2 1/2 Jahren schluss machen?

Ralf_2001 hat am 9/7/2002 gefragt:
Hal­lo Daniel,
ich bin seit ca. 2 1/2 Jahren mit mein­er Fre­undin zusam­men und zu Beginn war ich auch sehr glück­lich. Doch in den let­zten Monat­en habe ich bemerkt, dass ich sie nicht mehr richtig liebe. Das Prob­lem ist nur, dass ich sie trotz­dem sehr mag, und sie auch eine der lieb­sten und ein­fühlsam­sten Fre­undi­nen ist, die man sich über­haupt vorstellen kann.
Sie hat lei­der von ihrer Seite her keinen grossen Fre­un­deskreis, da sie schon bevor wir uns ken­nen­gel­ernt haben in eine andere Stadt gezo­gen ist. Dann hat sie sich lei­der mehr oder weniger auf mich fix­iert, obwohl ich ihr immer gesagt habe, dass sie sich auch ihre Fre­unde, die sie bis dahin in der neuen Stadt aufge­baut hat nicht ver­nach­läs­si­gen soll.
Wir sehen uns momen­tan nicht so oft (nur jedes 2. Woch­enende), da ich für ein halbes Jahr in ein­er anderen Stadt wohne. Aber trotz­dem füh­le ich mich von ihr eingeengt. Wenn wir uns am WE sehen, dann kleben wir ständig aufeinander.
Das Prob­lem ist, dass sie mich sehr liebt, und ich ihr auf keinen Fall weh tun will. Ich habe ein­fach Angst, dass sie in ein tiefes Loch fällt wenn ich mit ihr schluss mache.
Was soll ich nur tun? Ich bringe es ein­fach nicht übers Herz. Aber es ist doch auch nicht fair ihr was vorzu­machen. Ausser­dem werde ich so auch nicht glück­lich, und habe das Gefühl, mein Leben zu verpassen.
Danke schon mal für die Antwort.
Ralf

Daniel_heiniger hat am 10/7/2002 geantwortet
Hmmm. Eingeengt. Das kenne ich auch sehr gut. Tat­säch­lich mit etwas vom Schwierig­sten ist es, eine Beziehung zu been­den. Und trotz­dem kom­men wir nicht darum herum. Wenn ein Schlussstrich gezo­gen wer­den muss, dann ist das eben so. Es kann gut sein, dass sie in ein Loch fällt, aber darauf kannst Du nur bed­ingt Rück­sicht nehmen. Let­ztlich bist Du dafür nicht ver­ant­wortlich, son­dern nur sie selb­st. Schliesslich seid ihr bei­de (ich weiss zwar nicht, wie alt ihr seid, aber ich nehme mal an) erwach­sene Men­schen. Das mit dem “auf keinen Fall weh tun” wollen funk­tion­iert nicht. Nett sein hil­ft wed­er Dir noch ihr.

Sag ihr ehrlich und ger­ade­heraus, was Du von dieser Beziehung hältst (nicht von ihr als Per­son, das greift sie auf der falschen Ebene an), dass Du dieser Beziehung keine Zukun­ft gib­st, und dass es das Beste sei, sie zu been­den. Damit würdest Du euch bei­den die Chance geben, einen passenderen Part­ner zu find­en. Dass es Dir zwar leid tut, falls sie deswe­gen in ein tiefes Loch fällt, aber dass die Tren­nung und der damit ver­bun­dene Schmerz unver­mei­dlich sei. (Dass das zweifel­los auch Dir weh tun wird, wenn nicht sofort, dann in ein paar Wochen oder Monat­en, tut nichts zur Sache.)

Und danach ver­ab­schiedest Du Dich und lässt nie mehr was von Dir hören. Keine Anrufe mehr, keine Briefe mehr. Und falls Sie schreibt, schreib­st Du nicht zurück, wenn sie anruft, sagst Du ihr, dass es keinen Sinn mehr hätte. Das klingt zwar bru­tal, ist aber das Beste, glaube mir. Der Sache ein klares Ende set­zen und dazu ste­hen. Dann kommt ihr bei­de am schnell­sten über den Schmerz hin­weg und seid schneller wieder frei für die neue, wun­der­bare Beziehung, die nur auf jeden von Euch gewartet hat.

Ich weiss, das ist nicht leicht, und mir selb­st ist das Been­den von Beziehun­gen bish­er auch immer sehr schw­er gefall­en. Trotz­dem ist das der Rat, den ich Dir geben kann.

Hoffe, das hilft

— Daniel

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Hin­weis: Auf der Seite LiebesMeer find­en sich weit­ere Ratschläge zum Schluss machen.

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